Gebrauchs- und Wartungsanweisung für einen Standart- Ölofen

Ein Ölofen ist im Prinzip wie ein Motor, der statt Benzin eben Heizöl verbrennt. Und zwar so, das dabei keine Explosion erfolgt..

 

Wenn das vordere Schutzblech weg ist, sieht das in etwa so aus...

Wichtig erscheinen dabei zuallererst mal die hier bezeichneten Stellen...

 

1. Der Öltank..

Als Vorratsbehälter fasst er etwa 10 Liter und ist durch ein Schutzblech an der Seite von der Hitze des Brennraumes in der Regel geschützt.
Vor der Generalreinigung des Ofens alle Hähne zudrehen!!

 

2. Der Dosierregler..

Er regelt über eine Stange den Zufluss der Öl- Regeleinheit.
Wird er hochgezogen, so läuft mit der Höchstmenge das Öl in die Brennkammer...

 

Achtung:

Die beiden Zuflussbegrenzer sind nur für ausgebildete Techniker erlaubt..

Sie regeln die grobe Vorlaufgeschwindigkeit des Öls uns muß im Falle des "selber justierens" ständig mit dem "Brennbild" im Feuerraum abgeglichen werden, da diese den Ölzufluss "ganz voll" oder ganz geschlossen werden kann und die Feinregelung über den Handregler ausser Kraft setzt..

Sehr schwierig in der Ausführung(dauernde Kontrolle!!) und das daran Rumschrauben bedeutet die Erlöschung aller jeweils gewährten Garantien sowie deren jeweilig zugehörigen Versicherungsleistungen!!

 

 

3. Der Zufluss-Reinigerhebel..

Ein gebogener Stahlstift zum drehen...

Damit werden Verkrustungen im Zuflussbereich des Brennerraums gelöst, damit das Öl weiter in den Brennerraum fliessen kann..
Kommt danach noch immer kein Öl. so liegt das meist an einem verstopften Zulauffilter..

 

4. Der Öl-Zulauf-Filter.

.

 

Er sitzt unten am Ölregler und ist mit 2 Schrauben befestigt. Darunter befindet sich eine Gummidichtung und ein Filtersieb, das konisch beschaffen ist und zur Reinigung(heisses Wasser) herausgezogen werden kann.. Man beachte, das dieses Sieb auch wieder richtig herum eingesetzt wird, weil sich sonst der Deckel nicht mehr dicht aufschrauben lässt.

Der verhindert, das Ölschlamm die Dosiereinrichtung verstopft und das Gerät funktionslos macht... Daher muß dieser ungefähr 2 mal pro Heizperiode gereinigt werden, in dem man den münzgroßen Deckel abschraubt(flache Dose drunter stellen und griffbereite Papiertücher zum Putzen der verkleckerten Öltropfen) und den Einschubfilter raus zieht, und ihn unter heissem Wasser(mit Priel) oder in Spiritus ausspühlt, dann trockentupft und ihn wieder richtig herum einsetzt.(der kleine Stift am Sieb muß nach unten zeigen) Danach sorgfältig die beiliegende Gummidichtung säubern, wieder in die Fassung drücken und den Deckel wieder aufschrauben.

Danach den ganzen Ölregler-Apparat wieder mit Ol füllen(Alle Öl-Hähne öffnen) und über die kleine Handentlüftung (Hand-Ölpunpe) von der in den Apparat eingedrungene Luft befreien...

 

5. Die Hand-Ölpumpe..

Sie sorgt dafür, das nach einem Öffnen der Ölfiltereinheit die eingedrungene Luft wieder aus den Leitungen verschwindet und den Ofen wieder in Betriebsfähigen Zustand versetzt.
Das kann eine Weile dauern und erfordert, das mindestens 10 Min, der kleine Hebel rasch auf und ab bewegt wird und dabei beobachtet wird, ab wann das Öl wieder in den Brennraum fließt..

 

Hier eine Mail, die mich vor kurzem erst erreichte, die beschreibt, wozu der Hebel anscheinend tatsächlich dient...
(bisher hatte sich mir die genaue Aufgabe des Hebels noch nicht erschlossen, daher nochmals Dank an den Sender der Mail.)

 

Und noch ein PS:

Hier gibt es einen Originallink zum Wamsler Ölofen Gebrauchsanweisung und zu den Typen von Haas+Sohn...

Ich hoffe also, das diese Information hilfreich ist und keine "Folgeschäden" nach sich ziehen. (hinzugefügt am 10.Dez. 2012)

 

6. Die automatische Luftklappe

Als leichtbewegliche Blechklappe dosiert diese automatisch die Luftzufuhr im Brennerraum, damit eine saubere Verbrennung entsteht..

Es ist also von grösster Wichtigkeit, diesen Bereich von Schmutz zu reinigen(vorsichtig mit Pinsel und Staubsauger) damit die automatische Regelung gewährleistet ist(mit dem Finger prüfen, ob die Klappe sich wirklich leichtgängig bewegt..)

 

Allerwichtigstes Gebot:

Vor Beginn der Arbeit den Ölofen-Fuß und das Bodenblech bitte sauber machen um etwahige Undichtigkeiten schnell identifizieren zu können und 2. dankt es die Wohnung, weil es nicht mehr so nach ÖL riecht und 3, die Brandgefahr minimiert wird.

Auch die Gummidichtung sowie die Fassung der Dichtung wollen gereinigt sein, bevor der Tropfdosierer wieder zusammengebaut wird. (am besten eine flache Dose unter die Öffnung der Siebhalterung das übertretende Öl mit Zewa aufsaugen, und die Putzabfälle alle in einer extra Tüte sammeln und zum Schluss entsorgen)

 

Regeln für den Ofengebrauch...

1. Immer daran denken, das frisches Öl immer in den kalten Ofen nachgefüllt wird, da sonst ein versehentliches Verschütten des Öls am heissen Ofen schnell ein Feuer auslösen kann!!

2. Niemals Wassertöpfe auf die Ofenplatte stellen oder gar Löschversuche mit Wasser unternehmen!!!

Bei Überkochen läuft das Wasser in den Brennerraum und führt dort zu heftigen Öldampfexplosionen, die unter Umständen sofort innerhalb weniger Sekunden die gesamte Wohnung in Flammen setzen kann.

 

 

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Sollte der Ofen also mal mächtig bollern, so ist zuerst der Ölregler auf Minnimum oder besser ganz auf AUS zu stellen und 2. ein unbrennbarer Gegenstand unter den Ölofendeckel zu klemmen, (Stahllöffel oder so) damit die Verbrennung beruhigt von statten geht. (verbesserte Luftzufuhr..)

Dabei wird es aber so heiss, das der Brennraum rot glühen kann!! Sollte der Öltank voll sein ist das nicht so ein Problem, weil es eine Weile dauert, bis das Ol im Öltank aufgeheizt ist und eine Gefahr wird.. Daher gilt in diesem Falle zuerst..

Die Kraftstoffzufuhr unterbrechen, und den Haupthan zudrehen!!

Ist aber der Tank dreiviertel leer oder noch weniger Öl drin, dann wird es echt brenzelig.. Dann hilft nur eines..

Den Tankbrennstoffhebel zumachen, das Rohr am Tank wegschrauben und den ganzen Tank aus dem Ofen entfernen..Falls das nicht so einfach möglich ist möglichst ein blech oder was anderes Unbrennbares zwischen den Tank und dem Brennerraum klemmen...

(das nützt alles nicht, wenn irgendein Schlaumeier meinte, er müsse 10 cm hoch stehendes Öl im Brennraum mit Hilfe einer Kleenexrolle und den Feuerzeug abfackeln..) Normalerweise beruhigt sich der Ofen nach ein paar Minuten wieder...

Zusätzlich nach Bedarf eine alte Decke in der Badewanne patschnass machen(Nicht ersäufen!!)und sie um den Brennerraum legen, um ihn kühl zu halten(Decke feucht halten.. Wichtig ist, nicht ZU nass, weil jeder Tropfen Wasser, der in den mit heissem Öl gefüllten Brennerraum eindringt, eine Dampfexplosion auslösen kann.

Zusätzlich das vordere Ofenblech mit Handschuhen abnehmen und mit einem starken Ventilator die überschüssige Hitze abführen(Fenster aufreissen, da es sicher eine Menge Öldampf entsteht, weil der Ölofen-Fuß meistens mit Öl vollgekleckert ist)

Hilft das alles nichts, dann ist nur noch Mister Minnimax (Pulverfeuerlöscher) gefragt oder der Ruf nach der Feuerwehr...

 

Löffel-Luftzufuhr

3. Ist es sehr wichtig, das nach Erlöschen des Feuers erst der Ofen auskühlt, bevor erneut der Ölhahn aufgedreht wird!! Es kann sonst im noch heissen Ofen zu Öldampf-Verpuffungen mit anschliesendem Brand kommen..

4. Sollte mal das Feuer ausgegangen sein und der Brennerraum mit mehreren Zentimetern voll Öl gelaufen sein, so muß das überschüssige Öl dringendst abgeschöpft werden... Erst dann ist ein gefahrloses erneutes Anzünden möglich..

Um das Öl raus zu bekommen, kann man eine Rolle Küchenpapier reinstellen und sie sich vollsaugen lassen.. (später ordnungsgemäß entsorgen)

Besondere Probleme:

Mir hat mal ein Sturm den Ofen ausgeblasen...

Und weil ich einen "Brennverbesserer" drin hatte(eine Drahtwendel) setzte sich der heisse Brennerraum zuerst mit heissem Öl-Dampf voll der sich dann an der blöden Wendel entzündete! Daraufhin ein gewaltiger Knall und das brennende Öl wurde unten aus der Luftklappe auf meinen Boden gespritzt. Zum Glück kam ich gleich wieder "zu mir" und schnappte ein Handtuch, machte es nass und löschte die Stellen..

Daher: Dringend darauf achten, das in unmitellbarer Ofennähe kein brennbares Naterial rumliegt und über dem Ölofen keinerlei Wäsche zum Trocknen hängt, wenn das Wetter windig ist(soll man eigentlich sowieso nicht, aber ich hatte in all den Jahren keinen Keller und keine Bühne..)

So... Ich hoffe, ich hab hier nichts vergessen, da ich selbst 20 Jahre mit Öl heizte und mich oft selber um die Technik kümmern musste. Doch soll es hoffentlich helfen, weitere Zimmerbrände mit z.T. tödlichen Folgen zu vermeiden!

 

PS:

 

Jeder schraubt natürlich auf eigene Gefahr an seinem Ölofen rum... Okay!!!

Ich übernehme keine Haftung, wenn es bei euch nicht so klappte wie bei mir, da es so viele verschiedene Brennerarten gibt und ich nicht wissen kann, was für Geräte ihr da draussen so besitzt.. Zeigt also etwas Verantwortung und überlegt vorher, was ihr da tun wollt und lest bitte auch mal euere jeweils mitgelieferten Gebrauchsanweisungen... Dazu sind sie schliesslich da!!

In diesem Sinne..................... J.Clauss, Esslingen, den 10 März 2008

 

Noch ein PS...

 

Ein Hausmeisterservice meldete sich bei mir und meinte, ich würde da zum Teil falsche Informationen liefern..

Das kann für dass in LILA geschriebene, vielleicht zutreffen, weil das MEINE Handlungsweise war, wenn mal meine Nachbarn(Ausländer die leider kein richtiges deutsch konnten) aus der Klemme half, weil IHR Ölofen "flippte", weil sie dachten, das aufgelaufene Öl einfach abfackeln zu müssen..

Macht euch also einfach mal bei eurer örtlichen Feuerwehr schlau, WAS in so einem Falle konkret zu tun wäre...

(zugefügt am21.Jan.2010