Physiognomie der Angst

oder eine Geschichte der daraus betonierten Realitäten...
...die uns erst unsere Entwicklung ermöglichte!...

Einleitung:

Angst, Wut und Rache

Bekannt als ein unangenemes Gefühl, wie Zittern, Nervosität, agressivers Verhalten, übersteigerter Tätigkeitsdrang, Panik, Herzrasen bis hin zum völligen Ausrasten usw., streckt sich die breite Palette ihrer vielfältigen Auswirkungen.

Schon in der Antike wurden Menschen durch ihre Befürchtungen und Bedrohungsgefühle in Kriege verwickelt, zu irrationalem sozialem Verhalten,(spezielle religiöse Rituale, Blutopfer, Menschentötungen und Verbrennungen usw.) sowie zur Errichtung besonderer Bauwerken motiviert, zu üblen Verfolgungen(Hexen, Andersgläubige, Euthanasie und all die anderen zum Teil sehr hässlichen Dinge, die uns aus Überlieferungen bekannt sind. Dabei ist auch die Bibel zu erwähnen,in deren Episoden Gott im Altertum scheinbar Spass daran fand, eine kollektive Strafe bis ins 5. Glied auszusprechen und gnadenlos jeden sterben zu lassen, welcher sich gegen was weiss ich für Gesetzte gewandt hatte.

Des weiteren waren auch Gründe, die in allen Religionen irgendwie das Phänomen vermeiden wollten, das ihnen der Himmel auf den Kopf fiel, Feuer und Schwefel regnete, ganze Völker ausrottete und ganze Landstriche verwüstete. Dazu waren deren hohe Priester manchesmal jedes Mittel recht, nur um unter allen Umständen ja nicht Gottes Zorn zu erregen.

Heute weiss man, das durchaus hin und wieder schwere Naturkatastrophen das Schicksal bestimmter Kulturen bestimmten und deren Bildung ihrer Religionen und sonstigen irgendwie hoffentlich schützenden Rituale. Irgendwie mußten sie ja dem ungeheueren Druck der Angst entgegenstehen, ohne darunter zusammenzubrechen.
Meiner Ansicht nach ist diese Urangst, vernichtet zu werden eine der allerersten Ängste, welches schon jede lebende Zelle in ihrem innersten irgendwie verspürt. Also durchaus der Stein, der die Entwicklung zu höheren Lebensformen erst ermöglichte.

Tief in unserem Innersten und in unserem gemeinsamen kollektiven Unbewussten sitzen noch immer die schrecklichen Ereignisse in Form von unaussprechlichen negativ behafteten Emotionen, welch unserem Verstand so verschlossen sind, das wir unter normalen Umständen sie niemals hervorholen können.

Doch spätestens dann, wenn wir in irgendwelchen extremen Überlebenssituationen kommen, dann übernehmen unsere innersten Instinkte unsere Lenkung. Dann tritt unser Schwein, unsere innere Drecksau zu Tage und wir kämpfen, koste was es wolle, ohne Rücksicht auf andere um unser nacktesÜberleben.

Das bedeutet also konkret, das dieser innere Schweinehund eigentlich die letzte Instanz ist, welche uns noch die Change gibt, überhaupt zu überleben. So gesehen ist dieser also ein Produkt unserer Evolutionsgeschichte.
Diesem haben wir aber auch zu verdanken, das grausame Verbrechen an Mensch und Tier seit jahrtausenden das Leben auf der Erde bestimmen, welche ebenso aus dem Grundübel der Angst entsprungen sind und eigentlich Prozeduren darstellen, wie die übermächtige Angst kanalisiert werden konnte und auf andere, schwächere Glieder des Lebens abgewälzt werden konnten.

 

Kennzeichen einer jeder Angst ist, das sie (in jeglicher Form auch immer), in der Lage ist, etwas zu bewirken!
Ob jetzt eine Lähmung durch die Angst stattfindet, oder ein vorrausschauendes Handeln bewirkt, einen Beschützerinstinkt im Gegenüber auslöst oder eine Angriffs/Abwehrhaltung in Form von Rache und Wut....
Es geht immer darum, Energien zu mobilisieren, um etwas zu blokieren oder etwas zu öffnen und zu verändern.

Dies ist ein Spiel wie in der elektrischen oder hydraulisch- pneumatischen Steuerungstechnik. Sie öffnen oder schließen Ventile oder Schalter, die nichts anderes zu tun haben, als Energien fliessen zu lassen oder sie daran zu hindern..

Kommt dieses System durcheinander, so werden den Wächter- bzw. Kontrollprogrammen falsche Ergebnisse an den Haupt- Steuerprozessor der Maschine geliefert.(oder in diesem Falle dem steuernden Ich im Gehirn oder wie immer es auch mit dem Körper verbunden ist.) Was dies für Konsequenzen hat, weiss jeder, dessen Maschine mal plötzlich "durchgegangen" ist. Dieses ist ein ganz ähnlicher Vorgang wie bei einer Psychose, eines Anfalls, Panikattake oder sonst einer plötzlichen Eruption der Gefühle oder einer psychischen Störung.

Nun..Schon in der Geschichte der Evolution hatte Angst als rudimentäre Emotion die ersten Einzeller dazu bewegt, sich zu schützen, sich vor Gefahren zu entfernen oder (wenn das nicht mehr möglich war) sich zu entwickeln. Weiter zu entwickeln in eine höhere Lebensform/Lebensgemeinschaft oder ähnlichen Strukturen, die es dem neuen Gebilde ermöglichten, mit der Bedrohlichkeit einer Situation oder einer Lebensgrundlage besser zurecht zu kommen.

 

Gut. Was ist also das Wesen der Angst?

Sie ist ja an und für sich etwas nützliches. Sie verhindert, z.B. das ...

1. zur falschen Zeit richtig reagiert wird.(Das bringt ja dann nichts und nimmt eine Handlung vorneweg oder erfolgt erst zu spät, wo es also entweder noch gar nicht Zeit gewesen wäre, sie zu tun oder der "Zug" schon weg ist.

2. das am falschen Ort eine an sich richtige Handlung stattfindet, da sie in diesem Falle ein bestehender Geschehniss- Ablauf durcheinander bringt und die Situation ausser Kontrolle gerät.

3. das verkehrte Handlungen an bestimmten Orten von bestimmten Personen vorgenommen werden, weil einfach in diesen Kreisen bestimmte Sachverhalte nicht richtig verstanden werden, welche zur allgemeinen Verunsicherung beiträgt und nur Verwirrung stiftet.

4. Dinge geschehen lässt, die überhaupt nicht zu geschehen haben..

...und deren viele weiteren Möglichkeiten.

Jetzt gibt es heutzutage natürlich das Problem, das viele Ängste unbewusst agieren, weil sie zu einem "innenpolitischen" Automatismus gehören, welche für all die zentralgesteuerten, automatischen Aufgaben gehören. Dazu gehören Atmung, Herzschlag, Verdauung, Schwitzen, Kreislauf usw., welche damit ihre unbewussten Bedarfsfunktionen regelt.(wäre ja auch zu blöde, wenn man seinem Herz und all seinen anderen Organen und so, jedem einzelnen selber sagen müsste, wie sie doch bitte ihren Job zu tun haben.
Kommt dieses durcheinander, so werden die Ängste in Form von Fehlfunktionen spürbar, weil ja die einzelnen Zellgruppen von ihrer Versorgung plötzlich abgeschnitten oder überflutet werden.

Eigentlich sollte das Wort Angst im Grunde genommen eher als "Versorgungsverhalten" definiert werden.

Ist ein Versorgungsverhalten im Gleichgewicht, so verspürt man keine Ängste und man fühlt sich seiner Selbst sicher! Kommen jetzt Mangelzustände oder Überfüllungen vor, (falsche Ernährung, falscher Energiehaushalt usw.)so werden diese angsteinflösenden Prozeduren angeworfen. Dieses hat seinen ursprünglichen Sinn darin, inne zu halten, sich mit seiner Furcht und Unwohlsein auseinander zu setzen um herauszufinden, woran es krankt. Dieser Zustand wird so lange aufrecht erhalten, bis durch Bewusstwerdung des Problems eine Verhaltensänderung stattfindet, welche das Unwohlsein und die begleitenden Furchtzustände beenden.

Also so gesehen eine stinknormale steuertechnische Geschichte.

Anders ist das bei den bewussten Ängsten!

Sie kennen doch das Beispiel der Ärzebücher, wo jede Krankheit beschrieben und abgebildet ist. Als ich den Wälzer durchhatte, da glaubte ich selbst Monate lang, an der einen oder anderen Krankheit zu leiden. Dieses entspringt dem Prinzip der vorausschauenden Ängsten. Sie sind eigentlich ebenfalls berechtigt, da sie uns ja ermöglichen, eine Art Gefahrenabschätzung zu treffen. Dies hat im Leben durchaus seinen Sinn, da ja jeder mal mit unbekannten Situationen zu tun hat.

Jetzt gibt es aber heutzutage ein echtes, fettes Problem...

Unsere Informationsgesellschaft !!!

Sie erlaub inzwischen, das Informationen jeglicher Couleur mit Lichtgeschwindigkeit um den ganzen Planeten sausen können. Fallen erst mal auch alle Sprachbarrieren weg(durch gut funktionierende automatische Übersetzerprogramme), so können wir an all dem "Horror" der ganzen Welt gleichzeitig teilhaben. Selbst die Bilderflut ist inzwischen so gewaltig, das ein einzelnes Gehirn oder Bewusstsein daran abflippt, wenn es zuviel auf einmal davon abbekommt.

Es ist die selbe Situation wie bei psychodelischen Drogen, wobei das Gehirn ebenfalls einer totalen Informationsüberflutung unterliegt, nur das heutzutage diese Substanzen nicht mehr notwendig sind, da inzwischen unser technologischer Fortschritt es erlaubt, den selben Effekt am Computer, Fernsehen und sonstiger Medien zu erzielen. Schauen sie sich mal um und sie sehen selbst, wieviel Information man heute an einem Tag bewältigen muß...noch im Mittelalter brauchte man dafür ein ganzes Leben!

Zum übrigen baden wir heutzutage in Millionen Frequenzen aus aller möglichen elektrischen Ursprunges und Stärken wie Funk, Fernsehen, Radio, Kommunikationsnetzwerke, Maschinen, Hochfrequenzgeräte usw.usf.

Jetzt also frage ich Ernsthaft:

Wundert es denn da noch irgend jemanden, das ernsthafte psychische Probleme immer weiter auf dem Vormarsch sind??? Unsere Körper bilden komplizierte Netzwerke aus Nerven, Blutadern und sonstigen Gebilden, welches jedes für sich wie ein Empfänger funktioniert und all die physischen und psychischen Energien aufnimmt, welche sich in unserer Unwelt befinden! Wohin sollen nun die Energien abfliessen, wenn wir sie nicht zur Erde hin ableiten können(durch unsere isolierten Schuhsolen, Gebäudeböden Strassenbeläge usw...) oder sie irgendwie abreagieren, durch sinnvolle Tätigkeiten statt zerstörend wirkenden Agressionen gegen sich selbst und gegen andere?

Sie stauen sich also an und gehen uns irgendwann ungeheuer auf die Nerven und wir haben meist nicht mal einen Schimmer, wie das überhaupt zustande kommt..

Die Folgen dieser Angst sind also in diesem Falle Energien, die nicht bgebaut, bezw. abreagiert werden können, sich daher aufstauen und sich in negative Energien verwandeln.
Diese ist die Quelle aller destruktiver Verhaltensweisen, zersetzender Krankheiten oder durch Unordnung hervorgerufene Fehlfunktionen, welche den Organismus schädigen, solange man sich nicht darüber bewusst ist, wie dieses geschieht und wie diese Energien zu kanalisieren und abzuleiten sind. Wird dieses einem erst mal bewusst, dann kann man auch endlich daran was verändern...

Es gibt immer irgendwelche Möglichkeiten, etwas zu verändern! Es ist nur zuerst das Bedürfnis, auf die idee zu kommen und es zu wollen und dabei langsam und mit Bedacht vorzugehen. Eine Welt kann genauso wie ein Körper nicht über Nacht gesund werden. Aber jeder kann seinen eigenen kleinen Beitrag leisten, diesem Umstand paroli zu bieten um dem Meer der Angst und seinen negativen Folgen seine Stärke und seine furchteinflösende Wirkung zu nehmen.

Esslingen, den 11. Februar 2005

 

PS..........ein fettes Buh....