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USA-Soldaten beobachten plündernde Iraker. Die irakische Regieurng hat die Kontrolle verloren.

 

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Soldaten der Marines überqueren eine Brücke in Bagdad. Neben ihnen die Leiche eines Irakers.

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Ein US-Soldat trägt seinen verwundeten Kameraden. Er soll bei Artellerie-Feuer der eigenen Truppen an einer Brücke verletzt worden sein.

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Iraker beseitigen ein Saddam-Plakat in Bagdads Stadtteil Saddam-City, einem Slum-Viertel der irakakischen Hauptstadt.

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Ein Iraker überreicht US-Soldaten im Osten Bagdads Blumen.

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Iraker bringen einen Schwerverletzten in ein Krankenhaus. Die Kliniken Bagdads haben damit aufgehört, die eingelieferten Verletzten zu zählen, so überfüllt sind sie, teilte das Internationale Rote Kreuz mit.

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Im Südosten Bagdads kam dieser Bus unter US-Feuer.

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Wenig später bergen US-Soldaten einen irakischen Verletzten, um ihn Sanitätern zu übergeben.

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Explosion nahe des Informationsministeriums in Bagdad.

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US-Panzer auf einer Tigris-Brücke in Bagdad.

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Bagdad ist gefallen - Kämpfe in der Umgebung

   

Nach seiner Ankunft im Zentrum Bagdads raucht ein US-Marine auf einem Panzer eine Zigarre. (Foto: AP)

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Nach seiner Ankunft im Zentrum Bagdads raucht ein US-Marine auf einem Panzer eine Zigarre.



Drei Wochen nach Kriegsbeginn steht das irakische Regime offenbar vor dem Zusammenbruch. Unter dem Jubel hunderter Einwohner rückten US-Truppen bis in das Zentrum Bagdads vor. Panzer bezogen auf dem Tahrir-Platz am Ostufer des Tigris Stellung. Der Platz mit dem Befreiungsdenkmal gilt als das eigentliche Herz der Hauptstadt. Bei ihrem Einmarsch aus Osten, Süden und Westen stießen die US-Truppen offenbar nur noch auf sporadischen Widerstand.

 

 

 

 

 

 

 

US-Militärs warnen: Krieg noch nicht vorbei

Kurden freuen sich im irakischen Sulaimanija über den Einmarsch der Amerikaner in Bagdad. (Foto: Reuters)

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Kurden freuen sich im irakischen Sulaimanija über den Einmarsch der Amerikaner in Bagdad.

 

 
US-Präsident Bush zeigte sich erfreut über die Meldung vom Einmarsch in Bagdad-City. Er warnte aber, der Krieg sei noch nicht vorbei. "So gut die Dinge auch laufen, befinden wir uns immer noch in einer Militäroperation, bei der Menschenleben auf dem Spiel stehen", sagte ein Sprecher. Auch ein US-Armeesprecher sagte, es sei verfrüht, vom Ende der Schlacht um Bagdad oder gar einem Ende des Krieges zu sprechen. "Es kann noch sehr heftige Kampftage geben, in Bagdad und in anderen Teilen des Landes", sagte Captain Frank Thorp Reuters im Zentralkommando in Katar.

Blair: Immer noch starker Widerstand
Der britische Premierminister Tony Blair sagte in London, es sei "sehr schwierig" einzuschätzen, "was von den hohen Rängen von Saddams Regime noch übrig ist." Es gebe "immer noch starken Widerstand". Auch die von den Briten besetzte Millionenstadt Basra im Süden des Landes sei "noch nicht völlig sicher".

Heftige Gefechte bei Tikrit
Heftige Kämpfe toben derzeit unter anderem nahe der nordirakischen Stadt Tikrit. Die US-Luftwaffe flog dort am Mittwoch Angriffe auf Einheiten der Republikanischen Garde. Nach Angaben von US-Militärs haben Truppen die Straßen aus Bagdad in die 150 Kilometer entfernte Stadt blockiert, um irakische Regierungsmitglieder an der Flucht in die Heimatstadt Saddams zu hindern. "Wir konzentrieren uns jetzt auf Tikrit", sagte US-Brigadegeneral Vincent Brooks im US-Hauptquartier in Katar.

Hoon: In Zukunft mehr "Präventivkriege"
Hoon mit britischen Soldaten (Foto: dpa)

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Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon und Royal Marines im Camp Gibraltar in der Wüste Kuwaits.

 


Düstere Aussichten für eine friedliche Zukunft der Völkergemeinschaft: Der britische Verteidigungsminister Geoffrey Hoon rechnet in den nächsten Jahren vermehrt mit "Präventivkriegen".

Hoon stellt sich hinter Bush-Doktrin
In einer Rede am Dänischen Institut für Internationale Studien in Kopenhagen sagte Hoon, die größte Bedrohung gehe weltweit von Terrorismus und Massenvernichtungswaffen aus. Er stellte sich klar hinter die Doktrin von US-Präsident George W. Bush, mit "Präventivschlägen" gegen potenziell gefährliche Staaten vorzugehen.

Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen
In den kommenden drei Jahrzehnten würden womöglich neue Regime in den Besitz von Massenvernichtungswaffen kommen, erklärte Hoon. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, gesetzliche und politische Einschränkungen für die Verbreitung solcher Waffen zu erweitern und durchzusetzen.

Europa gespalten
Die Bush-Doktrin hat Europa tief gespalten. Besonders Deutschland und Frankreich fürchten eine globale Destabilisierung durch Präventivkriege. Dagegen haben Großbritannien, Italien und Spanien den US-Kurs gegen Irak mitgetragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bagdad ist gefallen

 Jubelbilder in den Straßen des Irak

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Iraker jubeln in dem Bagdader Stadtteil Saddam City. Im Hintergrund liegen Gegenstände, die aus einem Regierungsgebäude geplündert wurden. Hunderte von Irakern bejubelten den Einmarsch der US-Soldaten, die durch den Ostteil der Stadt mit seinen Wohnvierteln fuhren.

 

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US-Soldaten ziehen der Saddam-Statue auf dem zentralen Tahrir-Platz eine amerikanische Flagge über den Kopf.

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Symbolbild des Sturzes von Saddam: Ein US-Soldat sieht zu, wie die Statue des Diktators auf dem Tahrir-Platz vom Sockel gezogen wird. Der Platz gilt als das eigentliche Zentrum Bagdads.

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Ein Iraker zeigt stolz die Gewehre, die er aus einer Polizeistation in Bagdad herausgeholt hat.

   

 

 

 

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Irakische Kurden feiern in Sulaimaniya den Einmarsch der amerikanischen Truppen in Bagdad. Die Kurden sind von dem Regime Saddam Husseins brutal unterdrückt worden.

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Einwohner Bagdads versuchen eine Statue Saddam Husseins zu zerstören, die vor dem Ölministerium steht.

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Iraker bejubeln die Soldaten eines Marine-Regiments im Herzen von Bagdad.

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Kurden feiern den Fall des Regimes von Saddam Hussein und zeigen Siegeszeichen.

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Jubel in den Straßen der nordirakischen Stadt Irbil.

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Ein Kurde umarmt und küsst einen US-Soldaten in Sulaymaniyah.

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Das eingefrorene TV-Bild des staatlichen irakischen Fernsehens (Foto: Sahm)

Das eingefrorene TV-Bild des staatlichen irakischen Fernsehens.

 

Der Nahe Osten - ein ewiger Krisenherd. Bringt der dritte Golfkrieg die versprochene Neuordnung der Region? Nahost-Korrespondent Ulrich W. Sahm berichtet für T-Online mehrmals wöchentlich über die aktuelle Entwicklung und Hintergründe aus Israel.

Von Ulrich W. Sahm (Jerusalem)

   
eMail aus Israel
9. April: Gezielte Liquidierung

"Richtig gruselig" ist das letzte Bild, das die irakische Bevölkerung von ihrem Regime erhält. Wie von Geisterhand sind die Sendungen des irakischen Fernsehens gestoppt worden, mitten in einer der Propagandaverlautbarungen. Doch der Funkstrahl zum Übertragungssatelliten funktioniert noch. So ist ein zerknautschter Mann in Uniform mit geschlossenen Augen zu sehen. Er sieht aus wir ein übel zugerichteter Toter, doch in Wirklichkeit ist es nur ein stehengebliebenes elektronisches Bild in grotesker Weise verzerrt und mit einem farbigen Störbalken über der Brust.

Gespenstische Bilder von GI's in Saddams Palast
Gespenstisch wirken auch die Bilder der amerikanischen GI´s, wie sie mit ihren schweren Stiefeln durch die verlassenen Paläste des Diktators ziehen, es sich auf kitschigen Sesseln bequem machen, die dem verschnörkelten Stil des französischen Sonnenkönigs nachempfunden sind. An einem Bidet mit vergoldeten Wasserhähnen hängt noch das Schildchen des spanischen Herstellers mit der Garantie, dass es sich um 24 karätiges Gold handle. Eine der handgeschnitzten hölzernen Eingangstüren musste mit einem dreckigen Jeep eingedrückt werden, um den Palast für die Kamerateams zu öffnen.

Drinnen Gold und Marmor - Draußen Hunger und Armut
Der weltentrückte Luxus aus Marmor, getäfelten Wänden, Kacheln und handgeschnitzten Treppengeländern, nur für einen einzigen Mann errichtet und nie richtig benutzt, steht im scharfen Kontrast zur der Armut und dem Elend der Bevölkerung in Basra und Bagdad, wo schwarzverhüllte Frauen barfuß bei Soldaten um eine Flasche Mineralwasser betteln und wo blutüberströmte Kinder mit zerschmetterten Gliedmaßen kaum mehr eine ärztliche Behandlung erhalten, mangels Medikamenten und freien Krankenbetten

 

Viel Prunk auch in Zeiten des UN-Embargos
Die Amerikaner haben sich zum Ziel gesetzt, diesem Spuk ein Ende zu setzen. Denn eine derartige Kluft zwischen sinnlosem Reichtum und einer ausgemergelten Bevölkerung lässt sich nur durch Grausamkeiten aufrecht erhalten. Viele der jetzt eroberten Paläste Saddam Husseins wurden seit 1991 errichtet, also nachdem UNO-Sanktionen gegen Irak in Kraft getreten waren. Die von den Alliierten verfügte Formel, Öl für Medikamente und Nahrungsmittel, sollte garantieren, dass die beschränkten Öl-Exporte des Irak kein Leid für die Bevölkerung bedeuten.

Ulrich Sahm in Jerusalem (Foto: privat)

Ulrich Sahm in Jerusalem (Foto: privat)

 

 

Der Diktator ließ 500.000 Kinder sterben
Die Paläste des Saddam Hussein sind wohl der beste Beweis für das grausige Vorgehen des Herrschers. Mit seiner Propaganda zu einer halben Million verhungerter und mangels Medikamenten elendig verendeter Kindern ließ er die Welt glauben, dass die UNO für den Tod des irakischen Volkes verantwortlich sei. Dabei hatte die UNO eigentlich anders vorgesorgt. Die Einkünfte aus dem Ölgeschäft wurden in den Bau von Palästen gesteckt und so den Kindern des Landes vorenthalten. In Basra entdeckten die Briten prall gefüllte Lagerhäuser mit Nahrungsmitteln, während die Menschen auf der Straße hungerten. Da wurde für das Regime der Baathpartei gehortet, anstatt Mehl und Zucker auszuteilen.

Menschenverachtende Grausamkeit
Die menschenverachtende Grausamkeit gegenüber dem eigenen Volk mit Folterkammern und Massenhinrichtungen bedeutete auch Gefahren für die Nachbarländer. Die Kriege gegen Iran und Kuwait, die Raketenangriffe auf Israel und Saudi Arabien sind nur ein Beleg dafür. Noch haben die Amerikaner keine neuen Funde von Giftgas oder biologischen Waffen gemacht, was einen britischen Journalisten zur "exzellenten" Frage an einen amerikanischen General in Katar veranlasste: "Wird der Krieg etwa enden, noch ehe Sie einen Beweis für den Kriegsgrund gefunden haben?"

Irak zahlte Millionen an Selbstmordattentäter
Hinweise auf Iraks Unterstützung und Finanzierung von Terror gibt es ausreichend, nicht zuletzt jene Millionen US-Dollar, die Irak an Angehörige palästinensischer Selbstmordattentäter und "Märtyrer" überwiesen hatte. Seit Kriegsausbruch im Irak sei jedoch diese Quelle der Finanzierung von Anschlägen auf israelische Zivilisten ausgetrocknet, beklagte sich schon Ibrahim Zaanen der pro-irakischen "Arab Liberation Front" in Gaza.

Bunkerbrecher sollen irakische Führung enthaupten
Mit der "Enthauptung" der irakischen Diktatur versuchen nun die Amerikaner, die Macht und Befehlsstruktur in Bagdad zu zerstören. Vier bunkerbrechende Bomben warfen sie auf ein Gebäude im Viertel Mansour, indem sie gemäß Geheimdienstinformationen eine Sitzung der irakischen Führungsspitze vermuteten, mit Saddam Hussein und seinen Söhnen. "Gezielte Liquidierung" nennen die Israelis diese Methode, mit Hilfe von Geheimdienstinformationen, elektronischer Überwachung und möglichst wirksamen Spezialbomben gesuchte Terroristen zu töten, die anders nicht "ausgeschaltet" werden können.

Saddams Mythos könnte weiter leben
Ob die Amerikaner in Bagdad Erfolg hatten, wird vielleicht nie nachgewiesen werden können. Denn da, wo sich Saddam Hussein mit seinen Getreuen getroffen habe, ist nur noch ein tiefer Krater übrig geblieben. Damit haben sich die Amerikaner allerdings ein Problem geschaffen. Denn die physische "Ausschaltung" des Zieles ist mindestens genau so wichtig wie der Nachweis, dass der gesuchte Verbrecher getroffen wurde und tot ist. Das gilt besonders für Diktatoren, die allein schon durch ihren Mythos ihrem Volk und der Welt Angst und Schrecken einjagen und nicht durch ihre physische Anwesenheit.

Angriff auf Journalisten: Absicht oder Notwehr?

Spanische Journalisten in Bagdad trauern um ihren toten Kollegen (Foto: dpa)

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Spanische Journalisten trauern um ihren Kollegen, der bei dem Beschuss des Hotels in Bagdad durch herumfliegende Splitter ums Leben kam.


Journalisten-Organisationen und Politiker aus aller Welt haben die Attacken auf das Bagdader Hotel "Palestine" und die Büros zweier arabischer Sender scharf verurteilt, bei denen insgesamt drei Reporter und Kameraleute ums Leben gekommen sind. Neben anderem unterstellten auch die weltweite Organisation "Reporter ohne Grenzen" und der Deutsche Journalistenverband (DJV) der US-Armee sogar die Absicht, kritische Berichterstattung verhindern zu wollen.

 

"Wie ein absichtlicher Akt"
Der Beschuss des Hotels, aus dem bekanntermaßen fast alle Reporter in Bagdad über die Lage in der Hauptstadt berichten, "erscheint wie ein absichtlicher Akt der US-Armee", heißt es in einem Protestschreiben von "Reporter ohne Grenzen" an den amerikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.

DJV: Risiko sollte kalkulierbar sein
Der DJV, mit über 40.000 Mitgliedern die größte Journalisten-Organisation in Europa, überreichte in der amerikanischen Botschaft in Berlin eine Protestnote. Journalisten sollten nur das berichten, was die Amerikaner vorgeben; deshalb seien die Attacken absichtlich gewesen, mutmaßt Gustl Glattfelder, Mitglied im DJV-Vorstand. Er räumte zwar ein, dass Kriegsberichterstattung ein lebensgefährlicher Job ist, aber "das Risiko muss kalkulierbar bleiben, dass bei einem Krieg, an dem eine zivilisierte Macht wie die USA beteiligt sind, klar erkennbare Journalisten-Fahrzeuge und Gebäude nicht attackiert werden."

Offizielles Bedauern
Zwar hat das US-Verteidigungsministerium in Washington offiziell mittlerweile sein Bedauern geäußert, das Pentagon bleibt wie auch das US-Zentralkommando in Katar aber bei der Version von gerechtfertigter und "verantwortungsvoller" Notwehr, da US-Soldaten aus dem Hotel heraus beschossen worden seien. "Wir hatten gesagt, dass dies kein sicherer Platz mehr ist. Sie sollten nicht da sein", sagte Pentagon-Sprecherin Victoria Clarke an die Adresse der Reporter in Bagdad. Andere Pentagon-Beamte äußerten die Vermutung, dass ein Panzer zu hektisch das Hotel beschossen habe, weil er die Kameras auf einem Balkon des Hotels für Waffen gehalten haben könnte.

Französische Kamera filmte mit

Kamera-Aufnahme vom Schuss des US-Panzers auf das Hotel (Foto: dpa)

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Eine französische Kamera filmte den Augenblick, als ein US-Panzer vom Typ M1 Abrams losfeuert - angeblich auf das Hotel.


Beweise gibt es weder für die Absicht-, noch für die Notwehr-Version - aber es gibt einige Merkwürdigkeiten. Von den Schüssen, die laut US-Version aus dem Erdgeschoss auf die US-Soldaten abgefeuert wurden, haben die Journalisten im Hotel nichts gehört. Im Gegenteil berichten sie von einem Moment der absoluten Stille, in dem einer von drei US-Panzern vom Typ M1 Abrams seinen Geschützturm auf das Hotel richtete, die Zielrichtung noch einmal korrigierte und dann zwischen die 14. und 15. Etage des 17-stöckigen Gebäudes feuerte. Eine französische Kamera hat die Szene gefilmt. Dem widerspricht allerdings die Aussage die ZDF-Korrespondenten Ulrich Tilgner: Das tödliche Geschoss sei aus einer Richtung gekommen, in dem sich keinerlei US-Soldaten oder Panzer befunden hätten.

El Dschasira zieht Reporter ab
Die Vertreter der Absicht-Version sehen auch keinen Zufall darin, dass das Hotel am selben Tag beschossen wurde wie die Büros der arabischen Fernsehsender El Dschasira und Abu Dhabi TV. Zu diesen Angriffen, bei denen ein El-Dschasira-Korrespondent getötet wurde, hat sich Washington noch gar nicht geäußert. Als Konsequenz will der Sender El Dschasira, der vor allem über die Leiden der Mensch im Krieg berichtet, jetzt sämtliche Korrespondenten aus dem Irak abziehen.

Untersuchung gefordert
Ob die Schüsse und Raketen auf die Journalisten ein "Verbrechen" war, wie der libanesische Informationsminister Ghazi Aridi behauptet, ein Versehen oder unvermeidbare Notwehr, ist jedenfalls nicht geklärt. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Grüne), hat jedenfalls eine Untersuchung gefordert. Doch ob es diese geben wird und ob sie die Wahrheit ans Licht bringen kann, erscheint genauso ungewiss.