Die Vorgeschichte zum zweiten Golfkrieg

Der zweite Golfkrieg der USA gegen Irak hat seine Wurzeln in den Terroranschlägen vom 11. September. Schon bei Beginn des Krieges gegen Afghanistan erklärten die USA, damit sei der Krieg gegen den internationalen Terrorismus noch lange nicht zu Ende. Eine Chronik zur Vorgeschichte:

2001

11. September: Bei Terroranschlägen mit vier Passagierflugzeugen in New York und Washington werden mehr als 3000 Menschen getötet. Die USA machen das islamisch-fundamentalistische Untergrundnetzwerk der El Kaida dafür verantwortlich.

12. September: US-Präsident George W. Bush erklärt, dass sich der Krieg gegen den Terrorismus nicht auf Afghanistan beschränke. Saddam Hussein bezeichnet er als "bösen Menschen".

12. Dezember: Der außenpolitische Ausschuss des US-Repräsentantenhauses erklärt, dass von Irak eine wachsende Bedrohung für die Vereinigten Staaten ausgehe.

2002

24. Januar: Bush bezeichnet eine Militäraktion der USA gegen den Irak als eine mögliche Option.

29. Januar: In seiner Rede zur Lage der Nation ordnet Bush Irak zusammen mit Iran und Nordkorea auf einer "Achse des Bösen" ein.

4. Februar: Die irakische Regierung erklärt sich bereit, nach einjähriger Unterbrechung den Dialog mit den Vereinten Nationen wieder aufzunehmen.

7. März: Der Irak und die Vereinten Nationen nehmen Gespräche über eine Rückkehr der UN-Waffeninspektoren auf.

26. März: US-Vizepräsident Dick Cheney spricht sich für einen möglichst baldige Entmachtung von Saddam Hussein aus. Bundeskanzler Gerhard Schröder kritisiert dies als einen Strategiewechsel und spricht von einem Fehler.

12. September: Vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen droht Bush der irakischen Regierung mit einer Offensive, falls sie sich nicht zu umfassender Abrüstung entschließt. Irak weist den Vorwurf, Massenvernichtungswaffen zu besitzen, als Lüge zurück.

1. Oktober: Die irakische Regierung und die Vereinten Nationen vereinbaren in Wien die Wiederaufnahme von Rüstungsinspektionen.

10. Oktober: Das Repräsentantenhaus in Washington verabschiedet mit großer Mehrheit eine Entschließung, die Bush freie Hand für ein militärisches Vorgehen gegen Irak gibt. Am 11. Oktober stimmt auch der Senat zu.

5. November: Bei den Zwischenwahlen zum US-Kongress gewinnt Bushs Republikanische Partei die Mehrheit in beiden Parlamentskammern.

8. November: Nach wochenlangem diplomatischem Tauziehen verabschiedet der Sicherheitsrat einstimmig die UN-Resolution 1441 als Grundlage für neue Waffeninspektionen in Irak. Der irakische Staatschef Saddam Hussein wird eindringlich zur Abrüstung aufgefordert und bei Verstößen gegen die Resolution mit "ernsten Konsequenzen" bedroht.

13. November: Der Irak akzeptiert die UN-Resolution 1441.

27. November: Nach vierjähriger Unterbrechung werden die UN-Rüstungsinspektionen in Irak mit der Untersuchung von zwei Fabrikanlagen fortgesetzt.

7. Dezember: Die irakische Regierung legt fristgerecht einen 12.000 Seiten starken Bericht zu ihrem Rüstungspotenzial vor, wie es in der UN-Resolution 1441 verlangt wurde.

19. Dezember: Die UN-Chefinspekteure Hans Blix und Mohamed El Baradei geben im Sicherheitsrat einen ersten Bericht zum bisherigen Verlauf der Inspektionen ab.

 

 

2003

11. Januar: US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld unterzeichnet einen Marschbefehl für weitere 62.000 Soldaten zur Stationierung in der Golfregion. Bislang befinden sich dort 60.000 US-Soldaten.

22. Januar: Rumsfeld kritisiert in scharfer Form die Haltung Deutschlands und Frankreichs im Irak-Konflikt. "Ich glaube, das ist das alte Europa", sagte Rumsfeld und löst damit heftige Reaktionen bei Politikern und Intellektuellen in Europa aus.

27. Januar: Blix und El Baradei legen dem Sicherheitsrat einen weiteren Bericht über die Inspektionen vor und erklären, dass sie keine Hinweise auf schwer wiegende Verstöße entdeckt hätten.

30. Januar: Die Staats- und Regierungschefs von acht europäischen Ländern - darunter Großbritannien, Spanien und Italien - rufen zur Unterstützung der USA auf und stellen sich damit demonstrativ gegen Deutschland und Frankreich.

5. Februar: Anhand von Satellitenfotos und Tonbandaufnahmen wirft Powell Irak im Sicherheitsrat schwere Verstöße gegen UN-Resolutionen vor und droht mit ernsten Konsequenzen.

10. Februar: Deutschland, Frankreich und Belgien legen im Nato-Rat ihr Veto gegen Maßnahmen zum militärischen Schutz der Türkei im Fall eines Irak-Kriegs ein.

15. Februar: Mehr als zehn Millionen Demonstranten gehen weltweit gegen einen drohenden Irak-Krieg auf die Straße. Die größten Kundgebungen finden in Rom, London und Berlin statt.

18. Februar: Die UN-Waffeninspekteure in Irak setzen erstmals ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug vom Typ U-2 ein.

19. Februar: Die Nato beschließt die Stationierung von Awacs-Flugzeugen und Patriot-Raketen in der Türkei.

21. Februar: UN-Chefinspektor Hans Blix fordert Irak ultimativ auf, bis zum 1. März mit der Zerstörung von Raketen zu begonnen, die eine größere Reichweite haben als die zugelassenen 150 Kilometer.

24. Februar: Die USA, Großbritannien und Spanien bringen im Sicherheitsrat den Entwurf einer zweiten Irak-Resolution ein.

1. März: Der Irak beginnt mit der Zerstörung der ersten El-Samud-Raketen. Bei einer Abstimmung im türkischen Parlament erhält die Regierung nicht die erforderliche absolute Mehrheit für die Stationierung von US-Bodentruppen.

5. März: Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Russlands erklären in Paris, dass sie keiner UN-Resolution zustimmen werden, die einen Krieg gegen Irak legitimiert.

6. März: China unterstützt die gemeinsame Erklärung von Deutschland, Russland und Frankreich. - Bush kündigt eine entscheidende Abstimmung im Sicherheitsrat an: "Es ist an der Zeit, dass die Leute ihre Karten auf den Tisch legen."

7. März: Blix bescheinigt dem Irak in einem weiteren Bericht vor dem UN-Sicherheitsrat "wesentliche Schritte der Abrüstung". - Die USA und Großbritannien setzen im Entwurf ihrer zweiten Irak-Resolution eine Frist bis 17. März.

10. März: Russland und Frankreich kündigen ihr Veto gegen den britisch-amerikanischen Resolutionsentwurf an.

15. März: Irak legt den Vereinten Nationen einen neuen Bericht über den Verbleib von Beständen des Nervengases VX vor und lädt die Chefinspekteure zu einem dringlichen Besuch nach Bagdad ein.

16. März: Nach Beratungen mit dem britischen Premierminister Tony Blair und dem spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar auf den Azoren setzt Bush dem Sicherheitsrat ein Ultimatum bis Montag und spricht von der "Stunde der Wahrheit für die Welt".

17. März: Die USA, Großbritannien und Spanien ziehen ihren Entwurf für eine zweite Irak-Resolution zurück, der keine Mehrheit im Sicherheitsrat gefunden hat. - Nach einer Aufforderung der US-Regierung ordnet UN-Generalsekretär Kofi Annan die sofortige Ausreise der UN-Inspekteure aus Bagdad an. Bush droht Irak mit einem Einmarsch, falls Saddam Hussein und seine beiden Söhne das Land nicht innerhalb von 48 Stunden verlassen.

18. März: Die irakische Führung lehnt das Ultimatum Bushs ab.

19. März: Bush unterrichtet den Kongress formell von den Vorbereitungen auf den bevorstehenden Krieg. In Kuwait werden 16.000 Infanteriesoldaten und 10.000 Panzer unmittelbar an die Grenze zu Irak verlegt.

20. März: Das 48-stündige Ultimatum Bushs läuft ab. Eineinhalb Stunden später greifen die USA ein Ziel bei Bagdad an. Bush erklärt, damit habe der Krieg zur Entwaffnung Iraks und zur Befreiung der Bevölkerung begonnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Iraq-Krieg 25.03.03

 

Reuters


Ein US-Helikopter der Allierten Kräfte fliegt zwischen brennenden Ölquellen im Süden des Irak nahe der kuwaitischen Grenze.

 

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Reuters


Ein britischer Soldat gönnt sich eine kleine Pause und betrachtet brennende Ölquellen. Saddam Hussein hatte schon vor dem Krieg damit gedroht Ölquellen anzuzünden.

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Reuters


Panzer der britischen Armee fahren an Flammen, die aus Ölquellen schießen, vorbei.

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Reuters


US-Soldaten patrouillieren eine Straße, während über ihnen schwarzer Rauch aus den Rumayla Ölfeldern steigt.

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Saddam  25.03.03

 

AP


Saddam Hussein (hier auf einem Bild von 1980) wird von seinen Feinden auch als "Schlächter von Bagdad" bezeichnet. US-Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld verglich ihn jüngst mit Adolf Hitler.

 

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dpa


Der Diktator zeigt sich gerne in martialischer Pose.

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Die Untertanen leiden unter dem Joch des Despoten. Nur selten gibt es Proteste, wie hier 1991, als sich die US-Truppen nach dem Golfkrieg zurückzogen.

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AP


Besonders schwer müssen die Kurden leiden. Das Bild zeigt Flüchtlinge 1991 an der irakisch-türkischen Grenze.

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AP


Bei Feierlichkeiten gibt sich Saddam Hussein gerne freundlich, wie hier bei dem Fest zu seinem 65. Geburtstag am 28. April 2002.

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AP


Saddams Söhne Uday (rechts) und Qusay bei einem Kongress im Mai 2001 in Bagdad. Uday Hussein, Saddams ältester Sohn, soll ein sadistischer Verbrecher sein - Beobachter halten ihn schlicht für verrückt. Berüchtigt sind auch die Geschichten über seine ausschweifenden Trinkgelage. 1996 wurde auf Uday ein Anschlag verübt. Seitdem ist er von der Hüfte abwärts gelähmt. Qusay gilt mittlerweile als potenzieller Nachfolger Saddams.

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Die oft blutige Rache des Dikatators macht indes auch nicht vor der eigenen Familie Halt. Das musste Oberst Saddam Kamil Hassan, ein Schwiegersohn Saddams, erfahren. Er setzte sich mit einem weiteren Schwiegersohn des Despoten 1995 nach Jordanien ab. Ein Jahr später kehrten sie mit ihren Familien in den Irak zurück, angeblich hatte sie Saddam Hussein zuvor begnadigt. Wenig später waren sie tot - die Töchter hatten sich zuvor scheiden lassen.

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Saddam inszeniert im eigenen Land einen exzessiven Personenkult. Wie hier vor einer Moschee in Bagdad, gibt es allerorten Statuen des Diktators.

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Schon in jungem Alter wird Iraks Nachwuchs militärisch getrimmt. Während der Sommerferien trainieren diese Jugendliche in einem Militärcamp.

   

 

 

 

 

 

 

 

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Saddam hat den Irak hochgerüstet und sich ein großes Arsenal von Massenvernichtungswaffen zusammen gestellt. UN-Inspekteure bereiten auf diesem Bild von 1998 Raketen für die Zerstörung vor. Die Geschosse waren mit dem Nervengift Sarin gefüllt.

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Mit der überraschenden Besetzung Kuwaits provozierte Saddam die Vereinigten Staaten. Der Golfkrieg endete mit seiner Niederlage. Am 15. Januar 1991 flogen amerikanische, französische und britische Streitkräfte - mit Rückendeckung der UNO - erste Angriffe gegen den Irak. Wenig später begann die Bodenoffensive. Im Bild ein zerstörter irakischer Panzer vor brennenden Ölquellen im Norden Kuwaits.

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Über 100.000 irakische Soldaten starben im Golfkrieg, mehrere Hunderttausend wurden verletzt. Irakische Veteranen ziehen auf diesem Bild während einer Parade zu Saddam Huseins 61. Geburtstag im Jahr 1998 in Rollstühlen durch Bagdad.

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In jüngster Zeit gibt sich Saddam wieder kampfeslustig, gerade weil sich US-Präsident George W. Bush den Sturz des Diktators zum Ziel gesetzt hat.

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Drohgebärden: In seiner Heimatstadt Tikrit hantiert Saddam 1998 mit einer alten Flinte. (Foto: dpa)

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