US-Truppen erreichen Saddams letzte Hochburg Tikrit

 

US-Soldaten rücken vor (Foto: dpa)

dpa

US-Soldaten rücken weiter vor

 

US-Bodentruppen haben die Außenbezirke der irakischen Stadt Tikrit erreicht. Die vorrückenden Einheiten stießen dabei auf keinen Widerstand irakischer Truppen. Das rund 150 Kilometer nordwestlich von Bagdad gelegene Tikrit ist die Geburtsstadt des untergetauchten Staatschefs Saddam Hussein. Tikrit ist die letzte größere Stadt des Landes, die noch unter der Kontrolle des Regimes ist. Der amerikanische Sender CNN berichtete, in den menschenleeren Straßen seien nur einige erst vor kurzem verlassene Militärfahrzeuge zu sehen gewesen.

 


Direktaufnahmen des CNN-Korrespondenten Brent Sadler zeigten eine leere Militärbasis etwa fünf Kilometer nördlich der Stadt mit verlassenen Panzern und Truppentransportern. Der Komplex zeigte Spuren eines Bombardements, jedoch nicht von Plünderungen. Dies lasse vermuten, dass Tikrit selbst entweder noch unter der Kontrolle regierungstreuer Iraker oder verlassen sei, berichtete der Reporter. Aus Richtung der Stadt selbst waren Explosionen zu hören.

 

Alliierte wollen in Bagdad Ordnung schaffen
In der irakischen Hauptstadt wiedeurm will das US-Militär nun entschieden gegen die anhaltenden Plünderungen vorgehen. "Wie werden das Plündern stoppen und Personen, die dabei ertappt werden, festnehmen", kündigte Major David Cooper, ein Presseoffizier der in Bagdad stationierten US-Marineinfanteristen, an.

Irakische Polizei löste sich auf
Die irakische Polizei war verschwunden, als US-Einheiten in weite Teile von Bagdad vorrückten und das Regime von Saddam Hussein zusammenbrach. Seitdem beherrschen Plünderer die Szene, die öffentliche Gebäude bis hin zu Krankenhäusern und Museen ausraubten. Die in Bagdad eingerückten US-Truppen unternahmen bislang wenig gegen diese Übergriffe.

Polizisten sollen wieder Präsenz zeigen
Jetzt verhandeln US-Kommandeure in Bagdad mit hochrangigen irakischen Polizeioffizieren. "Unser vorrangiges Ziel ist es, die Polizei zurück auf die Straßen zu bringen", sagte Cooper. Über arabischsprachige Radiosender habe man die Polizisten aufgefordert, sich zurück zum Dienst zu melden. Allerdings würden nur jene Beamte akzeptiert, die bei der Verkehrs- oder bei der Kriminalpolizei tätig waren. Auf diese Weise solle verhindert werden, dass ehemalige Mitarbeiter der Geheimdienste oder von Saddams Sondertruppen übernommen würden, fügte Cooper hinzu.

 

Gemeinsam mit US-Soldaten auf Streife
Anfangs würden die reaktivierten irakischen Polizisten in gemeinsamen Patrouillen mit US-Soldaten eingesetzt. "Wir wollen sie keinem unnötigen Risiko aussetzen", erklärte Cooper. Man hoffe, dass bald bis zu 3000 Beamte wieder im Dienst seien, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Weitere Prioritäten des US-Militärs bildeten die Gewährleistung der Wasserversorgung, die Wiederherstellung der Stromversorgung und der Schutz von öffentlichen Einrichtungen.

Angreifer töten in Bagdad einen US-Soldaten
In Bagdad ist am Samstag ein US-Marineinfanterist erschossen worden. Das US-Zentralkommando teilte mit, der Soldat hatte Wache an einem Kontrollposten vor einem Krankenhaus gestanden, als sich ihm zwei Männer näherten. Plötzlich habe einer der Männer auf den Soldaten geschossen und ihn getötet. Andere US-Marines hätten das Feuer erwidert und den Angreifer getötet. Der zweite Mann habe fliehen können. Der getötete Angreifer habe syrische Ausweispapiere bei sich gehabt, hieß es.

US-Soldaten finden Selbstmord-Westen
Unterdessen haben US-Soldaten in Bagdad mehr als 300 Sprengstoffwesten für Selbstmordanschläge gefunden. Das US-Militär teilte mit, von den 310 Westen seien 160 zusätzlich mit kleinen Kugeln versehen, um sie noch gefährlicher zu machen. Fernsehberichte zufolge wurden zusammen mit den Westen auch zahlreiche leere Kleiderbügel von möglicherweise bereits ausgeteilten Sprengstoffwesten gefunden.

Pentagon gibt Verlustzahlen bekannt
Nach den jüngsten Angaben des US-Verteidigungsministeriums sind im Irak-Krieg bislang 114 US-Soldaten getötet worden. Mindestens 399 Soldaten wurden verwundet oder verletzt, teilte das Pentagon mit. Sechs Soldaten würden vermisst und sieben weitere seien in irakischer Kriegsgefangenschaft.

 

 

 

 

 

 

US-Truppen rücken in Tikrit ein
US-Soldaten rücken vor (Foto: dpa)


Die alliierten Streitkräfte im Irak sind nach US-Angaben widerstandslos nach Tikrit eingerückt und stehen damit vor der Einnahme der letzten Hochburg der Anhänger von Präsident Saddam Hussein. Der Oberbefehlshaber der Truppen am Golf, US-General Tommy Franks, warnte aber in einem CNN-Interview, die Stadt sei noch nicht gefallen und der Krieg auch noch nicht vorbei. Experten gehen davon aus, dass dort zehntausende kampfbereite irakische Soldaten stationiert sein könnten.

 

 

 

 

 

 

Vermisste US-Soldaten gerettet

Fünf der befreiten Kriegsgefangenen (Foto: Reuters)

Reuters

Fünf nicht identifizierte Kriegsgefangene: Streitkräfte retteten die US-Soldaten und die Soldatin. Am 13. April wurden insgesamt sieben Kriegsgefangene befreit.

 


Bei ihrem Vorstoß nach Tikrit retteten die Streitkräfte Franks zufolge sieben vermisste US-Soldaten "in gutem Zustand", darunter eine Frau. Diese wurden nach Berichten eines CNN-Reporters mit einem Hubschrauber zunächst nach Bagdad und dann nach Kuwait geflogen.

Saddams letzte Hochburg
Die rund 175 Kilometer nordwestlich von Bagdad gelegene Stadt Tikrit ist Heimatort des untergetauchten Staatschefs Saddam Hussein und vieler seiner engsten Mitarbeiter. Vor dem Vormarsch der Bodentruppen hatte die US-Luftwaffe militärische Ziele im Raum Tikrit bombardiert, berichtete der arabische Sender El Arabija.

 

Alliierte wollen in Bagdad Ordnung schaffen
In der irakischen Hauptstadt will das US-Militär nun entschieden gegen die anhaltenden Plünderungen vorgehen. "Wie werden das Plündern stoppen und Personen, die dabei ertappt werden, festnehmen", kündigte Major David Cooper, ein Presseoffizier der in Bagdad stationierten US-Marineinfanteristen, an.

 

Polizisten sollen wieder Präsenz zeigen
US-Kommandeure verhandeln jetzt in Bagdad mit hochrangigen irakischen Polizei-Offizieren. "Unser vorrangiges Ziel ist es, die Polizei zurück auf die Straßen zu bringen", sagte Cooper. Über arabisch-sprachige Radiosender habe man die Polizisten aufgefordert, sich zurück zum Dienst zu melden. Allerdings würden nur jene Beamte akzeptiert, die bei der Verkehrs- oder bei der Kriminalpolizei tätig waren. Auf diese Weise solle verhindert werden, dass ehemalige Mitarbeiter der Geheimdienste oder von Saddams Sondertruppen übernommen würden, fügte Cooper hinzu.

Irakische Polizei löste sich auf
Die irakische Polizei war verschwunden, als US-Einheiten in weite Teile von Bagdad vorrückten und das Regime von Saddam Hussein zusammenbrach. Seitdem beherrschen Plünderer die Szene, die öffentliche Gebäude bis hin zu Krankenhäusern und Museen ausraubten. Die in Bagdad eingerückten US-Truppen unternahmen bislang wenig gegen diese Übergriffe.

Gemeinsam mit US-Soldaten auf Streife
Anfangs würden die reaktivierten irakischen Polizisten in gemeinsamen Patrouillen mit US-Soldaten eingesetzt. "Wir wollen sie keinem unnötigen Risiko aussetzen", erklärte Cooper. Man hoffe, dass bald bis zu 3000 Beamte wieder im Dienst seien, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Weitere Prioritäten des US-Militärs bildeten die Gewährleistung der Wasserversorgung, die Wiederherstellung der Stromversorgung und der Schutz von öffentlichen Einrichtungen.

USA warnen Syrien vor Hilfe für Saddam-Anhänger
Saddam Hussein könnte sich in Syrien aufhalten (Archivfoto: dpa)

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Saddam Hussein könnte in Syrien untergetaucht sein.


US-Präsident George W. Bush hat Syrien davor gewarnt, geflohenen Angehörigen des irakischen Regimes Zuflucht zu gewähren. "Wir fordern Syrien dringend auf, keinem Mitglied der Baath-Partei, der Saddam-Familie oder Generälen Zuflucht zu gewähren", sagte Bush. Falls sich bereits Mitglieder der irakischen Führung nach Syrien abgesetzt hätten, verlangen die USA ihre Auslieferung, so der US-Präsident.

 

Irakis angeblich schon in Syrien untergetaucht
Nach Informationen der "Washington Times" (Samstag) sind mehrere führende irakische Waffenexperten nach Syrien geflohen, um von dort möglicherweise nach Frankreich weiterzureisen. Unter ihnen befänden sich Huda Sali Nahdi Ammasch, die den Spitznamen "Dr. Anthrax" habe, und Rihab Taha, beides Top-Wissenschaftlerinnen des biologischen Waffenprogramms, berichtete das Blatt. Ammasch steht auf der Liste der 55 von den Alliierten meistgesuchten Spitzenkräfte.

 

Powells Appell an Syrien
Auch US-Außenminister Colin Powell richtete erneut eine Warnung an den Nachbarn des Irak. In einem BBC-Interview bezeichnete er es als "sehr unklug, wenn Syrien plötzlich zu einem sicheren Hafen für alle diese Leute würde, die vor Gericht gehören und versuchen, aus Bagdad herauszukommen".

Damaskus soll Terroristen unterstützen
Der US-Außenminister bekräftigte Anschuldigungen aus den vergangenen Wochen, Syrien gebe seit langer Zeit Anlass zur Sorge, weil es unter anderem den Terrorismus unterstütze. "Wir sind besorgt darüber, dass seit Jahren Material über Syrien zum irakischen Regime gelangt ist."

 

Widersprüchliche Äußerungen aus der US-Regierung
In den letzten Wochen hatte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Syrien beschuldigt, höher gestellten Irakern und ihren Familien bei der Flucht zu helfen und die Warnungen der USA vor einer Unterstützung des irakischen Regimes bewusst zu ignorieren. Dagegen bescheinigte der stellvertretende US-Außenminister Richard Armitage der syrischen Regierung, sie habe auf die US-Forderungen reagiert, das Regime von Saddam Hussein nicht zu unterstützen. Syrien habe seine Grenze zum Nachbarland Irak inzwischen geschlossen.