Angriffe auf das Nervenzentrum des Regimes

Laut US-Militär Luftaufnahme von irakischen Kommando-Einrichtungen in Tikrit. (Foto: AP)

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Laut US-Militär Luftaufnahme von irakischen Kommando-Einrichtungen in Tikrit.

 

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Nach dem Fall Bagdads haben die alliierten Truppen die Stadt Tikrit ins Visier genommen. Die Geburtsstadt Saddam Husseins, 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt gelegen, gilt als das Nervenzentrum des irakischen Sicherheitsapparats. Von hier stammen die wichtigsten Führungskräfte seines Regimes - viele sind Mitglieder seiner Familie. Der Dikator könnte nach dem Einmarsch der Amerikaner in Bagdad hierher geflohen.

Großaufgebot an irakischen Militär in Tikrit
Während Bagdad erstmals seit drei Wochen von Bombenangriffen verschont blieb, attackierten US-Kampfjets am Donnerstag Tikrit. Nach Angaben des US-Militärs bereiten Sondereinheiten den Angriff von Infanterie-Truppen vor. In Tikrit halten sich angeblich Kämpfer der Republikanischen Garde, der Baath-Partei, paramilitärische Kämpfer sowie reguläre Einheiten der Armee bereit.

US-Soldaten haben vor einem Saddam-Portrait Stellung bezogen (Foto: AP)

Versteckt sich Saddam in Tikrit?

   
Nach dem Fall Bagdads haben die US-Truppen Tikrit ins Visier genommen. Im der Heimatstadt befindet sich die Kommandozentrale des irakischen Regimes

 

 

Spekulationen über Verbleib Saddams
Zerstörtes Saddam-Portrait in einem seiner Paläste in Bagdad (Foto: AP)

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Zerstörtes Saddam-Portrait in einem seiner Paläste in Bagdad

 

Ob sich Saddam Hussein tatsächlich in Tikrit befindet ist ungewiss. Der US-Geheimdienst vermutet, Saddam habe sich nach dem Fall der Hauptstadt geplant zurückgezogen, vielleicht in Richtung Tikrit oder nach Syrien. Darauf deute hin, dass sich ganz plötzlich keine Vertreter der Führungsspitze mehr gezeigt hätten. "Plötzlich fand keine Kommunikation mehr statt und Vertreter des Regimes erschienen nicht mehr zur Arbeit", zitiert die "Washington Post" Mitarbeiter des Geheimdienstes. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte dagegen, einige Mitglieder des Regimes seien auf der Flucht nach Syrien, jedoch keine hochrangigen.

Noch in Bagdad oder Bakuba?
Der Vorsitzende der von Washington unterstützten Oppositionsgruppe Irakischer Nationalkongress, Ahmed Chalabi, vermutet Saddam in der Stadt Bakuba nahe der Hauptstadt. In Bagdad kursieren wiederum Gerüchte, er habe sich in einer Moschee versteckt. Das US-Militär besetzte nach eigenen Angaben eine Moschee nahe dem Präsidentenpalast von Asamijah, das als Bastion von Regimetreuen gedient habe.

Direkter Bombenangriff auf Saddam misslang
Gleichzeitig untersuchen US-Spezialisten das Trümmergelände im Westen Bagdads, wo die Luftwaffe am Montag einen direkten Bombenangriff auf Saddam geflogen hatte. Er wurde gemeinsam mit seinen Söhnen in einem Restaurant vermutet. Der britische und der amerikanische Geheimdienst gehen jedoch davon aus, dass dem Diktator kurz vor dem Angriff die Flucht gelang.

 

US-Militär schafft Super-Bombe in die Golfregion
Während Saddams Regime zusehens zerbricht, bringt die amerikanische Luftwaffe mehrere der weltgrößten konventionellen Bomben in die Golfregion. Mehrere dieser "Moab-Bomben" (Massive Ordnance Air Blast) würden derzeit in die Region verschifft, so das Pentagon. Der Grund für diesen Transport ist bislang völlig unklar. Die Moab-Bomben wiegen je 9,5 Tonnen und haben die Sprengkraft einer kleinen Atombombe. Sie ist die schwerste Bombe im US-Arsenal.

 

Kurden erobern Kirkuk
Die nordirakische Stadt Kirkuk wurde indes von kurdischen Truppen eingenommen. Das berichtet der Nachrichtensender BBC. US-Streitkräfte hätten die Kurden unterstützt, berichtet ein Korrespondent. Die Türkei befürchtet die Entstehung eines unabhängigen Kurdenstaats, der Begehrlichkeiten der eigenen kurdischen Minderheit wecken könnte.

 

 

 

Die Tage vor dem Fall Bagdads

 

Reuters


Ein US-Marine des 7. Regiments betritt mit erhobener Waffe ein Haus in einem Vorort von Bagdad. Seine Einheit durchsuchte bei dieser Operation das Gebiet nach irakischen Kämpfern, um schließlich den Rashid-Flughafen zu übernehmen.

 

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US-Soldaten laufen zu einem brennenden Bus, der unter Beschuss genommen worden war, als er auf ein von den alliierten Truppen besetztes Grundstück im Südosten Bagdads fuhr.

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Rauchwolken stehen über der Al-Jumhurija-Brücke in Bagdad, während sich US-Truppen und Irakis nahe dem Präsidentenpalast Gefechte liefern.

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dpa


Spanische Journalisten gedenken bei einer Trauerfeier im Garten des Palestine-Hotels in Bagdad der getöteten Reporter. Beim Beschuss des Hotels hatten US-Truppen zwei Kameramänner von Telecinco und Reuters TV getötet.

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Ein Iraker verbindet den Fuß eines verletzten Freundes, der auf eine Mine getreten ist.

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Ein US-Soldate bewacht an einem Checkpoint bei Al-Amarah nahe der iranischen Grenze mehrere Reisende.

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Irakis warten vor einer Bäckerei im Karanda-Viertel in Bagdad auf Brot.

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Ein Portrait von Saddam Hussein im Südosten Bagdads, durch Einschüsse zerstört und mit einer Nachricht übersprüht.
(Foto: Michel Macor / San Francisco Chronicle)

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Irakische Zivilisten schleppen Güter davon, die sie aus einem staatlichen Warenlager geplündert haben.

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Stolz zeigt ein irakischer Jugendlicher in Safwan einen Aufnäher mit der US-Flagge.

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Irakische Jugendliche liefern sich auf ihren Rädern mit den in Medina patroullierenden britischen Panzern ein Rennen.

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Der Irak nach dem Fall des Regimes

 

 

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US-Soldaten stehen auf einer Bagdader Straße bei ihren Panzerfahrzeugen, während ein Iraker jubelnd auf sie zuläuft.

 

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Die zwei Fotos zeigen das Märtyrer-Denkmal in Bagdad. Noch am 16. Februar marschierten dort irakische Soldaten in einer Parade. Keine zwei Monate später steht ein US-Soldat vor dem Monument.

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Irakische Kurden bejubeln in Arbil die Ankunft der US-Armee. Sie schwenken sowohl eine kurdische, als auch eine amerikanische Flagge (mit Sylvester Stallone als "Rocky").

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Erste unbefangene Kontakte: Ein Bagdader Junge läuft zwischen fröhlichen GI's und zeigt das Victory-Zeichen.

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Der Hass entlädt sich: Irakische Männer schlagen auf eine gestürzte Statue Saddam Husseins ein.

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Reuters


Auch nachdem das Regime Saddam Husseins gestürzt ist, steigt immer noch Rauch über Bagdad auf.

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Reuters


Humanitäre Hilfe: US-Soldaten beaufsichtigen Iraker, die für Wasser und Essen anstehen.

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Reuters


Schlaraffenland: Ein irakischer Junge bedient sich in einer mit Zucker gefüllten Lagerhalle in Basra.

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Reuters


Ein amerikanischer Marine beschäftigt sich mit einem irakischen Mädchen bei der Essens- und Getränkeausgabe.

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Ein Iraker bittet die amerikanischen Soldaten um einen Schluck Wasser.

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Iraker trampeln auf Stücken einer zerfetzten 250-Dinar-Note herum, die das Porträt Saddam Husseins trägt.

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Lauert hier das nächste Ziel???

 

 

 

Militärparade in Pjöngjang (Foto: dpa)

Nordkoreanische Militärparade in Pjöngjang. Das Land will sich mit "physikalischer Abschreckung" gegen einen möglichen Angriff der USA schützen. (Foto: dpa)

 

 

Nordkorea will nicht enden wie der Irak

Im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm setzt Pjöngjang auf militärische Abschreckung. Das Beispiel des Iraks habe gezeigt, dass nur so ein Krieg verhindert werden könne, schreibt die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Würde Nordkorea das angebliche Atomwaffenprogramm formell einstellen, würde das zur Entsendung von Inspektoren führen und einer US-Invasion den Boden bereiten. Eine Verurteilung Nordkoreas wegen des Ausstiegs aus dem Atomwaffensperrvertrag scheiterte im Weltsicherheitsrat am Widerstand Chinas und Russlands.

 

 

Nordkorea: "physikalische Abschreckung" nötig
Der Krieg in Irak habe gezeigt, dass eine Militäraktion nur verhindert werden könne, "wenn man über eine physikalische Abschreckung verfügt", berichtet KCNA weiter. Atomwaffen wurden nicht direkt genannt.

Sitzung des Sicherheitsrats als "Provokation"
Der Weltsicherheitsrat hatte sich am Mittwoch in New York besorgt über das nordkoreanische Atomprogramm gezeigt. Nordkorea nannte die Beratungen des Weltsicherheitsrats "ein Vorspiel zum Krieg". Weiter bezeichnete der staatliche Rundfunksender in Pjöngjang die auf Antrag der USA erfolgten Beratungen als "schwere Provokation, die die Bemühungen um einen Dialog unterbrechen und die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel erhöhen". Sollte der UN-Sicherheitsrat für eine feindselige Politik gegenüber Nordkorea benutzt werden, müsse das Land sein Potenzial mobilisieren, "Abschreckungsmittel" zu erlangen. Nähere Angaben wurden dazu nicht gemacht.

USA wollen laut Negroponte friedliche Lösung
Die nordkoreanische Regierung hatte den Vereinten Nationen vor der Sitzung des Sicherheitsrates für den Fall von Strafmaßnahmen mit einer Eskalation des Streits gedroht. Der amerikanische UN-Botschafter John Negroponte äußerte sich zufrieden mit dem Verlauf der eineinhalbstündigen Sitzung hinter verschlossenen Türen. Die US-Regierung wolle den Streit weiter friedlich beilegen und hoffe, dass Pjöngjang sich diplomatischen Bemühungen zur Erörterung seines Atomprogramms nicht verschließt.

 

Propaganda-Plakat in Nordkorea gegen die USA (Foto: AP)

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Das nordkoreanische Propaganda-Plakat ist eindeutig: Ein Soldat zerstört das Kapitol in Wahington.

 

Nordkorea besteht auf bilateralen Gesprächen
Washington will den Konflikt gemeinsam mit Russland, China, Japan und Südkorea lösen, während Nordkorea auf bilaterale Verhandlungen mit den USA besteht. Die US-Regierung lehnt dies jedoch strikt ab. Russland und Südkorea einigten sich darauf, gemeinsam an einer friedlichen Lösung des Konflikts zu arbeiten. Der russische Außenminister Sergej Iwanow sagte nach einem Gespräch mit seinem südkoreanischen Kollegen Cho Young Kil in Seoul, beide Seiten wollten in dieser Frage kooperieren. Man sei sich einig, dass es von großer Bedeutung sei, die Krise nicht mit "feindlichen und extremen Äußerungen" zu verschärfen.