News zu Thema Yellowstone:
 
Neueste Meldung ...! Neu 2007 !!!
 
 



aus Faktum Online


(09. November 2007/fa.) –

 

Der indonesische Vulkan Anak Krakatau ist ausgebrochen und spuckt Lava. Der Vulkan im Yellowstone-Nationalpark hebt sich.

Der Anak Krakatau ist mit einem lauten Knall ausgebrochen, meldet „Spiegel online“. Der Vulkan schleudert heisse Gase und Asche in die Luft und Lava strömt die Vulkanhänge auf der Insel hinab.

Der Vulkan Anak Krakatau bildete sich an der gleichen Stelle, wo zuvor der Krakatau brodelte. Dieser explodierte im August 1883 und wurde vollständig zerstört. In der Folge kam es zu einem Tsunami und mehr als 36000 Menschen wurden damals getötet.

Auch im berühmten US-Nationalpark Yellowstone brodelt der Vulkan. Im Krater des als sehr gefährlich eingestuften Vulkans hat sich der Grund innerhalb der letzten drei Jahre um 18 Zentimeter gehoben. Laut Geologenberichten ist das mehr als jemals zuvor in 80 Jahren. Trotzdem rechnen die Experten zurzeit noch nicht mit einem Ausbruch.

 

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Gefährlicher Gigant (aus Fokus.de am 8.Nov. 2007)

Von FOCUS-Redakteur Michael Odenwald


Geologen haben ungewöhnliche Erdbewegungen an dem Supervulkan festgestellt, der unter dem Yellowstone-Naturpark in den USA schlummert. Räkelt sich das Biest nur, oder erwacht es bald in einer gigantischen Explosion?

Yellowstone NationalparkRadaraufnahmen des europäischen Erdbeobachtungssatelliten ERS-2 brachten es an den Tag: Die Caldera des riesigen Vulkans, so zeigten die Daten, kam in Bewegung, wobei die Dynamik der Oberflächenveränderung mit der Zeit zunahm. Caldera nennen Vulkanologen den Krater, der entsteht, wenn sich die Magmakammer eines Feuerbergs bei einem Ausbruch entleert und in sich zusammenstürzt. Bei Supervulkanen können Calderen riesige Ausmaße annehmen: Der beim ersten Ausbruch des Yellowstone-Monsters entstandene Krater war 80 Kilometer lang und 55 Kilometer breit. Er zeigte sich vor 16 Millionen Jahren in Feuerregen und Glutstürmen..

Nach Eruptionen können sich Calderen auch wieder mit Lava füllen. Offenbar ist dies beim Yellowstone-Krater der Fall. Dies berichten die an der Auswertung der ERS-2-Daten beteiligten Forscher des US Geological Survey (USGS) im Wissenschaftsjournal „Nature“.


Ob dies zu einem neuerlichen Ausbruch des Yellowstone-Vulkans führen kann, wollen die USGS-Forscher nicht sagen. Solche Episoden „thermischer Unruhe“, argumentieren sie, habe es schon wiederholt gegeben – bislang ohne Folgen. Andererseits ist ein Ausbruch überfällig, denn in der Vergangenheit eruptierte die gewaltige Magmablase im Rhythmus von etwa 600 000 Jahren. Die Folgen einer neuerlichen Detonation wären apokalyptisch: Feuer regnet vom Himmel, der Glutsturm verbrennt Städte und Wälder. Fast das gesamte Gebiet der USA wird von Asche bedeckt. Tage- bis wochenlang verschwindet die Sonne hinter den ausgeschleuderten Gas- und Staubwolken. Für noch längere Zeit legen sich Schwefelsäure-Aerosole wie ein Schleier um die Erde und fangen einen Teil der Sonnenstrahlen ab. Ein „nuklearer Winter“ setzt ein, in dem sich die Erde um bis zu zehn Grad abkühlt. Die Landwirtschaft bricht zusammen, Abermillionen Menschen sterben. Doch Vulkane sind unberechenbar: Vielleicht gönnt sich das Biest unter dem Yellowstone-Park ja noch ein paar Jahrzehntausende Pause.

Glutflüssiges Gestein aus der Tiefe

Seit dem ersten Ausbruch im Pleistozän gab es eine Serie weiterer Eruptionen. Die letzte erfolgte vor etwa 640 000 Jahren, dabei brachen 1000 Kubikkilometer glutflüssigen Gesteins aus der Tiefe hervor. Seither blieb die Caldera dauernd in Bewegung, wobei sich ihr Boden abwechselnd um mehrere Meter hob und senkte.

Um 1995 änderte sich jedoch das Muster der seismischen Aktivität: Während sich der Boden senkte, hob sich der nördliche Kraterrand. Bis 2003 beschleunigten sich die gegenläufigen Bewegungen, danach kamen sie wieder annähernd zum Stillstand. „Vielleicht pausiert der Vulkan nur“, meint USGS-Geologe Charles Wicks, der die Analyse der ERS-2-Daten leitete.

Die Bewegungen, vermuten Wicks und seine Kollegen, werden von geschmolzenem Basalt verursacht, der in den unterirdischen Lavagängen strömt. Verstärkt wurden sie in den 90er-Jahren durch einen Schub an Lava, die aus einem Reservoir im oberen Erdmantel in das Yellowstone-Vulkansystem vordrang. Offenbar floss seither nur wenig Lava wieder ab. Als Folge davon erhöhte sich der Druck, wodurch sich neue Gesteinsklüfte öffneten, die wiederum eine bessere Verbindung zu dem tiefen Lava-Reservoir schufen. Gestützt wird diese These durch die Beobachtung, dass in den letzten Jahren die geothermische Aktivität in dem Gebiet zunahm.


Von Fokus Wissen (08. 11. 20Uhr)

Yellowstone-Supervulkan


Krater wächst so schnell wie nie...


In dem berühmten amerikanischen Nationalpark tickt eine Zeitbombe. Wissenschaftler haben rekordverdächtige Veränderungen dokumentiert.

Wärmeliebende Bakterien sorgen für die Farbvielfalt im Krater
Innerhalb von 30 Monaten stieg die Oberfläche um insgesamt 18 Zentimeter – mehr als jemals zuvor seit Beginn der Messungen 1923. Das berichten der Geophysiker Wu-Lung Chang und seine Kollegen von der Universität des US-Bundesstaates Utah im Fachmagazin „Science“.

Dennoch gebe es keine Anzeichen für einen bevorstehenden Vulkanausbruch oder eine Wasserdampf-Explosion, betonte der Geophysiker und Leiter der Studie, Robert Smith. „Viele riesige vulkanische Krater weltweit heben und senken sich über Jahrzehnte, ohne dass es zu einer Explosion kommt.“

Sieben Zentimeter im Jahr

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass flüssiges Gestein in die riesigen Magmakammern unter dem Yellowstone-Nationalpark fließt und so die Oberfläche anhebt. Auch unter Druck stehendes Wasser und Gase könnten eine Rolle spielen. Die Forscher nutzten für ihre Beobachtungen das Satellitennavigationssystem GPS sowie Satellitenmessungen der Europäischen Weltraumbehörde Esa.

Im Schnitt stieg der Kraterboden um sieben Zentimeter im Jahr. Bisher waren die schnellsten Veränderungen 1976 und 1985 gemessen worden, damals waren es zwei Zentimeter jährlich. „Der Boden hebt sich heute immer noch, inzwischen aber wieder etwas langsamer“, sagte Smith.

Ausbruch in geologisch naher Zeit

Der Yellowstone-Vulkan im US-Bundesstaat Wyoming gehört zu den bekanntesten Supervulkanen der Welt. Wegen der Größe ihrer Magmakammern hinterlassen sie bei einem Ausbruch keinen Kegel, sondern eine riesige, kesselförmige Senke. Der Yellowstone-Vulkan gilt als gefährlich, weil Wissenschaftler in geologisch naher Zeit mit seinem Ausbruch rechnen. Allerdings gehen sie dabei von mehreren Tausend Jahren aus. Der Krater entstand durch drei große Eruptionen vor 640 000 Jahren, danach gab es noch mehrere kleinere bis vor rund 70 000 Jahren.


vom Tageszeiger.ch

Yellowstone-Nationalpark wird in die Höhe gehoben


Neues geschmolzenes Gestein unter dem Park ist für die Bewegung verantwortlich, finden Forscher.

Von Daniel Bächtold

Wie ein gigantischer Brustkorb hebt und senkt sich der Boden des amerikanischen Yellowstone-Nationalparks, mehrere Zentimeter im Jahr. Zurzeit scheint die Lunge unter dem Nationalpark tief Luft zu holen – so tief wie noch nie seit Menschengedenken. In den vergangenen drei Jahren wurde der Park an der Grenze zwischen Wyoming und Montana stellenweise um jährlich sieben Zentimeter angehoben. Der Grund ist geschmolzenes Gestein, das in eine Schicht unter dem Park drängt und diese langsam aufbläht («Science» Bd. 318, S. 952).

«Wir haben keine Ahnung, wie lange dieser Prozess anhält, bevor es entweder zu einem Ausbruch kommt oder der Nachschub an geschmolzenem Gestein versiegt», erklärt Robert Smith von der University of Utah in Salt Lake City.

Es wäre nicht der erste Vulkanausbruch, den der amerikanische Nordwesten erleben würde. Im Yellowstone liegt ein Krater, den eine gigantische Explosion vor 640'000 Jahren in die Landschaft gerissen hatte. Der Ausbruch war rund 1000-mal stärker als jener des Mount St. Helens, mehr als die Hälfte der heutigen USA wurden unter einer dicken Ascheschicht begraben. Inzwischen sind die Kraterwände bis auf wenige Stellen wegerodiert. Tief im Erdinnern aber brodelt es noch immer.

Materialstrom aus dem Erdinnern
Der Yellowstone-Nationalpark ist nicht irgendein Vulkan. Er gehört zu den so genannten Hotspots, zu Vulkanen, die nicht dort stehen, wo sich zwei benachbarte Erdplatten aneinander reiben, wie die Vulkane auf Japan beispielsweise, Island oder Indonesien. Hotspot-Vulkane gibt es nur einige wenige. Sie sitzen mitten auf einer Platte und werden von heissen Materialströmen gespeist, die aus dem Erdinnern aufsteigen. Die Vulkaninseln von Hawaii sind ein solcher Hotspot, Gleiches gilt für die Kanarischen Inseln oder eben den Yellowstone-Nationalpark.

Robert Smith und seine Kollegen haben anhand von geodätischen Aufzeichnungen, verschiedenen GPS-Stationen und Radarmessungen des europäischen Satelliten Envisat, die Bewegungen im Yellowstone-Nationalpark während der letzten Jahrzehnte rekonstruiert. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1923 kam es immer wieder zu Hebungen und Senkungen von ein bis zwei Zentimetern pro Jahr. Sie wurden jeweils von leichten Erdstössen begleitet. Auch die unzähligen heissen Quellen und Geysire im Park reagierten auf die Verschiebungen im Untergrund. Mitte 2004 begann dann die momentane Hebung.

Anhand der registrierten Bodenbewegungen modellierten die Forscher die Vorgänge im Erdinnern. Es deute alles darauf hin, dass sich eine Magmakammer in der Erdkruste langsam mit geschmolzenem Gestein fülle, meint Smith. Das neu zugeführte Material habe die Form einer «Matratze», mit einer Ausdehnung von 60 Kilometer mal 20 Kilometer und einer Dicke von wenigen Hundert Metern. Diese Matratze liegt rund zehn Kilometer unter dem Nationalpark.

Es stehe kein grosser Ausbruch bevor, beruhigen die Forscher um Smith. Die Bewegungen im Untergrund zeugen allerdings von denselben Vorgängen, die vor 640'000 Jahren den Krater im heutigen Nationalpark geformt hatten.

Tatsächlich ist der Magmastrom unter dem Yellowstone-Nationalpark seit 16,5 Millionen Jahren immer wieder die Quelle verheerender Vulkanausbrüche. Nur, die Spuren dieser frühen Ereignisse sind nicht im Park zu finden. Während sich nämlich die kontinentale Platte langsam, aber kontinuierlich in eine Richtung bewegte, blieb der Strom immer am gleichen Ort.

Wie wenn man ein Blatt Papier langsam über eine brennende Kerze zieht, entstand so über die Jahrmillionen eine Kette von längst erloschenen Vulkanen. Diese erstreckt sich vom heutigen Park in südwestliche Richtung mehrere Hundert Kilometer weit bis an die Grenze der Bundesstaaten Nevada, Oregon und Idaho. Dort ereignete sich vor 16,5 Millionen Jahren der erste Ausbruch des Supervulkans. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis er wieder aktiv wird.

[TA | 09.11.2007]


von Welt Online


Der Supervulkan unter Yellowstone rumort
Bricht er aus, könnte er einen halben Kontinent verwüsten. Noch aber schlummert der Supervulkan unter dem Yellowstone-Nationalpark im US-Staat Wyoming. Doch seine Unruhe nimmt zu.


Noch schlummert der Supervulkan unter dem Yellowstone-Nationalpark im US-Staat Wyoming. Über seine Unruhe berichten nun Geowissenschaftler von der University of Utah in Salt Lake City.

In den letzten drei Jahren hat sich der Boden über der gewaltigen Magmakammer, die doppelt so groß ist wie das Saarland, um über 20 Zentimeter gehoben. Dreimal schneller als in den ganzen 80 Jahren davor. „Der letzte von insgesamt drei großen Ausbrüchen ereignete sich vor 640.000 Jahren“, schreiben Wu-Lung Chang und seine Kollegen in der Zeitschrift „Science“.

Zwischen den Ausbrüchen vergingen immer etwa 700.000 Jahre. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es – in geologischen Zeiträumen gemessen – schon bald wieder so weit sein wird. Grund genug für die Vulkanologen, mit Satelliten und Bodensensoren das Yellowstone-Gebiet gründlich zu beobachten. Heute verrät sich der Vulkan nicht durch einen typischen Krater.

Dieser wurde durch die immense Gewalt beim letzten Ausbruch zerstört. Der Krater brach ein und bildete eine 40 mal 60 Kilometer große sogenannte Caldera. Bei einem erneuten Ausbruch würden bis zu 1000 Kubikkilometer Lava, Gestein, Staub, Wasser und Gase in die Atmosphäre geschleudert werden. Über 50-mal mehr als bei der Eruption des Pinatubos auf der Philippinen-Insel Luzon im Jahre 1991. Foto: /Infografik: WELT ONLINEGlutlawinen aus Lava und Asche begrüben eine Fläche fast von der Größe Sachsens unter sich. Eine knöcheltiefe Ascheschicht könnte den gesamten Westen der USA abdecken, Ernten vernichten und die Infrastruktur vernichten. Über Jahre hinweg wäre die Sonne sogar rund um den Globus hinter einem Staubschleier versteckt. Dadurch fielen die Durchschnittstemperaturen um vier bis zehn Grad.

Diese gravierenden Auswirkungen auf das Erdklima kämen einer kleinen Eiszeit gleich, die menschliche Zivilisation, wie wir sie heute kennen, würde zerstört. „Aber es gibt keinen direkten Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende vulkanische Eruption“, gibt der Seismologe Robert B. Smith, einer der Autoren der aktuellen Studie, vorerst Entwarnung. Doch die Höhenmessungen mit dem europäischen Satelliten „Envisat“ und einem Netzwerk aus GPS-Sonden im Yellowstone-Gebiet belegen, dass sich die gigantische Magmakammer offensichtlich mit geschmolzenem Gestein füllt. Das Magma stammt wahrscheinlich aus einem gigantischen Reservoir in 700 bis 1000 Kilometer Tiefe. Durch einen etwa 100 Kilometer breiten Schlot, einem sogenannten Plume, steigt das Magma auf und füllt die Kammer, die sich nur acht bis 15 Kilometer unter der Oberfläche erstreckt. In dieser mischen sich festes und flüssiges Gestein.

Abgesehen vom derzeitigen Tempo ist die Hebung des Bodens im Yellowstone-Nationalpark nichts Ungewöhnliches. Es gibt sogar Phasen, in denen sich die Erdoberfläche wieder absenkt. „Eine ganze Anzahl von Calderen bewegen sich weltweit über Jahrzehnte auf und ab, ohne dass es zu einem Ausbruch kommt“, sagt Smith. Diese Überreste der katastrophalen Ausbrüche finden sich bevorzugt rund um den Pazifik wie etwa der Tobasee in Indonesien und der Tauposee in Neuseeland. Beim letzten Ausbruch des Tobavulkans vor 75.000 Jahren schossen Steine und Staub bis in 50 Kilometer Höhe. Die Steinzeit-Menschheit geriet durch den Niedergang der Pflanzen- und Tierwelt an den Rand der Ausrottung. Sogar in Europa haben Vulkanologen zwei Supervulkan-Kandidaten ausgemacht.

Der eine erstreckt sich über die Phlegräischen Felder bei Neapel. Zuletzt brach er vor etwa 35.000 Jahren aus und spie dabei bis zu 150 Kubikkilometer flüssiges Gestein aus. Etwas größer schätzen Geowissenschaftler den Feuerberg von Thera, der heutigen Kykladen-Insel Santorin, ein. Seinen letzten Ausbruch erlebte er vermutlich im Jahre 1628 vor Christus. Die Caldera bildet heute einen riesigen Kessel mit steil aufragenden Felswänden.

Viele Historiker sind davon überzeugt, dass dieser Ausbruch zum Untergang der minoischen Hochkultur, dessen Zentrum Knossos auf Kreta lag, führte. Obwohl die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch eines Supervulkans sehr gering ist, drängt die Geological Society of London in einem Gutachten aus dem Jahre 2005, die Gefahr nicht zu unterschätzen. „Eine Supereruption ist der "Biggest Bang", der weltweit möglich ist“, sagt Bill McGuire vom Benfield Greig Hazard Research Centre an der University of London. So sollten die Geowissenschaftler zumindest ein internationales Netzwerk aufbauen, um die Vulkanaktivitäten besser zu überwachen.

 

 

 

 
Süddeutsche Zeitung...!
 

4.



08.03.2005 17:14 Uhr


Supervulkane

Ein Knall, der Erdteile verwüstet

Forscher halten den Ausbruch eines Supervulkans noch in diesem Jahrhundert für durchaus realistisch. Allein in Europa warten zwei gigantische Vulkane auf die nächste Eruption.
Von Axel Bojanowski

Besser hätte sich kein Drehbuchautor das Szenario ausdenken können: Aus heiterem Himmel bricht ein Vulkan aus, an einer Stelle, die niemand für gefährlich gehalten hat. Die Gewalt der Eruption sprengt alle Erfahrung. Millionen Menschen sterben, halbe Erdteile versinken in der Asche, das Klima verändert sich auf Jahre hinaus, die Welt muss Flüchtlingsströme und Hungersnöte verkraften.

Diese größte Naturgefahr ist nahezu unsichtbar. Kein Vulkankegel verrät die so genannten Supervulkane, die unter allen Kontinenten schlummern. Menschen fühlen sich sicher, denn Ausbrüche sind selten. Deshalb hat jetzt die Geological Society of London im Auftrag der britischen Regierung ein Gutachten erstellt – mit Besorgnis erregendem Ergebnis. Allein in Europa warten zwei gigantische Vulkane auf den nächsten Ausbruch. Die Forscher wollen nun ein internationales Überwachungsnetz knüpfen, um wenigstens rechtzeitig warnen zu können.

Zweimal hat die Menschheit bereits den Ausbruch eines Supervulkans erlebt. Vor 26500 Jahren explodierte der Taupo auf Neuseeland. Und der Ausbruch des Toba auf Sumatra vor 74000Jahren verdunkelte die Erde sechs Jahre lang. Der folgende "Vulkanische Winter" hat die Vorfahren der heutigen Menschen genetischen Untersuchungen zufolge auf 5000 bis 10000 Überlebende dezimiert – Homo sapiens wäre fast ausgestorben.



Grafik: SZ


Supervulkane spucken sehr schnell außergewöhnlich große Mengen Magma und Gase. Ihre Aschemenge würde Deutschland etwa vier Meter hoch bedecken. Eine wissenschaftlich exakte Definition für die gefährlichen Schlote ins Erdinnere gibt es allerdings nicht. Den Begriff "Supervulkan" hat die Fachliteratur erst vor etwa zehn Jahren aus Medienberichten übernommen.

Den britischen Forschern zufolge speien Supervulkane wenigstens 100-mal so viel Material aus wie der amerikanische Mount St.Helens im Jahre 1980. Diese Definition erfüllt jedoch auch der Tambora-Ausbruch 1815. Der Vulkan auf der indonesischen Insel Sumbawa spuckte etwa 300-mal so viel Material aus wie der Mount St.Helens und verursachte 1816 das "Jahr ohne Sommer".

Bei echten Supervulkanen kommt noch eine Besonderheit dazu: Sie sind an der Oberfläche kaum auszumachen, denn sie werfen keinen Vulkankegel auf. Nach einem Ausbruch stürzt die Erdkruste ein, zurück bleibt ein großes Becken. Wer dies erkennt, vermag sich viele geologische Besonderheiten zu erklären. So hatten sich Geologen etwa im Yellowstone-Nationalpark in den USA lang über die schwefeligen Heißen Quellen gewundert. Erst mit Hilfe von Satellitenbildern wurde klar, dass der Park aus einem eingestürzten Supervulkan besteht.

» Das öffentliche Leben dort und in vielen anderen Metropolen wäre lahm gelegt. «

Bill McGuire
In Europa meinen die britischen Geologen, zwei Supervulkane identifiziert zu haben: Unter den Phlegräischen Feldern bei Neapel und im östlichen Mittelmeer nahe der Insel Kos. Auch unter Neuseeland, Kamtschatka, den Philippinen, den Anden, Mittelamerika, Indonesien und Japan vermuten Experten die Naturgefahr. Supervulkane verfügen über ein riesiges Magma-Reservoir mit einer Ausdehnung von Tausenden Quadratkilometern, die sich typischerweise in fünf bis zwanzig Kilometern Tiefe erstrecken.

Diese Magmakammern entstehen dort, wo eine Erdplatte ins Erdinnere abtaucht: Die Platte verliert in der Tiefe ihre wasserhaltigen Minerale, das Wasser quillt empor und wandelt darüber liegendes Gestein zu Magma. Je zäher das Magma, umso seltener kommt es zu Ausbrüchen – dadurch nimmt der Druck immer weiter zu. Manche Supervulkane bilden sich auch dort, wo "Schläuche" zähflüssigen Gesteins aus dem Erdmantel an die Oberfläche drängen. In Kontakt mit dem Granit der Erdkruste bildet sich sehr explosives Magma.

Die Magmakammer des Yellowstone dehnt sich über ein Gebiet von der doppelten Größe Luxemburgs. Das Magma dringt langsam nach oben und schmilzt die Erdkruste auf; ein Ausbruch erscheint möglich. Etwa alle 700000 Jahre kommt es dort zur Katastrophe, die letzte große Eruption liegt 640000 Jahre zurück. Satellitenbeobachtungen zeigen, dass sich der Park wie eine Blase aufwölbt – etliche Millimeter im Jahr. Der Druck der unterirdischen Magmakammer mache sich immer deutlicher bemerkbar, sagt der Geologe Robert Smith von der Universität von Utah in Salt Lake City.

Ein Ausbruch würde den Westen der USA wohl total verwüsten. Im Umland des Vulkans vernichteten 800 Grad heiße Glutlawinen aus Lava, Asche und Steinen alles Leben auf einer Fläche von der Größe Thüringens. Noch im 1000 Kilometer entfernten Los Angeles ginge ein Regen nieder, der die Region 30 Zentimeter dick mit Asche bedeckte. "Das öffentliche Leben dort und in vielen anderen Metropolen wäre lahm gelegt", sagt Gefahrenforscher Bill McGuire vom Londoner University College: Flughäfen, Bahnen, Autoverkehr, Elektrizitätswerke, Lebensmittellieferungen und Mobiltelefone stünden still.

Landwirtschaft wäre vielerorts unmöglich, prognostizieren die Wissenschaftler um Steve Sparks und Stephen Self von der britischen Geologischen Gesellschaft. Bereits eine Ascheschicht von einem Zentimeter vernichtet den Ernteertrag eines Feldes. Der Toba-Ausbruch vor 74000 Jahren legte 15 Zentimeter dicke Asche über Indien und Südchina – heute wären dort mehr als eine Milliarde Menschen betroffen.


Auch das Klima würde gravierend verändert. Milliarden Tonnen des Gases Schwefeldioxid gelangten in die Luft und verbänden sich mit Wasser zu Schwefelsäure. Wolken aus Säuretröpfchen legten sich wie ein Sonnenschirm um den Globus. Die Temperaturen fielen für Jahre um durchschnittlich vier Grad. Auf der Nordhalbkugel sei gar eine Abkühlung von bis zu zehn Grad möglich, heißt es in dem Gutachten, das sich auf Computersimulationen des renommierten Hadley Centers beruft. Dessen Klimamodelle speisen sich aus Daten über die Eruption des Pinatubo auf den Philippinen 1991, als die Temperaturen im folgenden Jahr weltweit um durchschnittlich ein halbes Grad gefallen waren.

Ein Erwachen ohne Vorankündigung
Wann wird das Horrorszenario Wirklichkeit? Aus der Häufigkeit der Eruptionen in der Vergangenheit leiten die britischen Forscher das Risiko ab: Demnach beträgt die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch eines Supervulkans in diesem Jahrhundert 1 zu 6. Ein Gigant wie der Toba explodiere aber nur alle 500000 Jahre, schreiben die Geologen – doch auch ein solcher Ausbruch ist jederzeit möglich.

Wie sich die Apokalypse ankündigen würde, wissen die Wissenschaftler nicht. Meist gehen Erdbeben den Vulkaneruptionen voraus, ausströmende Gase verändern sich, die Temperaturen des Erdbodens steigen, und der Boden wölbt sich. Die Supervulkane Phlegräische Felder und Yellowstone werden bereits auf diese Anzeichen hin überwacht. Ob es etwas nützt, bleibt fraglich. Denn die schlafenden Riesen erwachen womöglich auch ohne Vorankündigung und explodieren mit einem plötzlichen Knall.

Die britischen Geologen fordern nun internationale Anstrengungen, um der Gefahr vorzubeugen. Die Supervulkane müssten besser untersucht und überwacht werden. Zudem gelte es, Katastrophenpläne zu erstellen, um im Notfall auf Millionen Flüchtlinge und Nahrungsknappheit vorbereitet zu sein. Das Gutachten dürfte die Supervulkane jedenfalls ins Interesse der Öffentlichkeit rücken. So wird der Thriller zum Thema wohl nicht lange auf sich warten lassen. Der Untertitel könnte lauten: Eine wahre Geschichte, die erst noch passiert.

(Süddeutsche Zeitung vom 9.3.2005)




 

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Verstärkte Erdbebenaktivität im Yellowstone Nationalpark!
 

3.

Beitrag von Whip am Thursday, August 12 2004


(Die Meldung stammt aus dem Geoservice-Presseverteiler und war eine offizielle Pressemeldung eines britischen Geologen. Um an diese News zu kommen muss man sich in den Presseverteiler eintragen lassen.)


Der Geologe Tom Shriver weist darauf hin, das sich in den vergangenen Monaten die geologische Aktivität im Yellowstone Nationalpark (USA) enorm erhöht habe.
Seismische Messungen haben ergeben, das sich die Anzahl der Erdbeben im Gebiet des Nationalparks in etwa verdoppelt haben, im Vergleich zu den vorhergehenden Jahren. So finden täglich Hunderte von Mikrobeben statt, aber auch stärkere Beben seien verstärkt nachzumessen. Aktuell seien Beben der Stärke 6 auf der Richterskala keine Seltenheit mehr.
Shriver bringt diese erhöhte Erdbebentätigkeit mit starken Bewegungen in der Magmakammer in Verbindung, welche direkt unter dem Parkgelände liegt. Ob man allerdings aus diesen neuen Daten auf einen direkt bevorstehenden Ausbruch des Supervulkans schließen kann, ist eine unbeantwortete Frage. Es sei zu Früh, um ohne irgendwelche Vergleichsdaten eine solche Prognose zu ziehen.

 

 

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Hier zu den neuesten Vorgängen im Park, allerdings in englisch !! Yellowstone and more
 
2.

Geschrieben: 10.04.2004, 10:29Uhr............................von Mutschi auch von der Seite "einsamer Schuetze.com"

vor ein paar Tagen kam diese Meldung über den Yellowstone:

Bedrohlicher Zustand im Yellowstone Nationalpark

Der Yellowstone Nationalpark in den USA ist für seine vielfältigen geologischen Aktivitäten berühmt. Er verteilt sich über eine Fläche von fast 9000 Quadratkilometern in den Staaten Wyoming, Montana und Idaho. Yellowstone ist an einem geothermischen Heißpunkt der Erdkruste gelegen und es gibt dort etwa 10.000 Geysire, Heißquellen, Dampfkanäle und Schlammlöcher.

Doch in den letzten Monaten hat sich das Bild dieser sonst so schönen Landschaft verändert. Im Jahr 2003 stieg die geothermale Aktivität im Parkgelände extrem an und weite Teile des sonst zugänglichen Parkgeländes mussten für Besucher gesperrt werden. Laut Aussagen des Geologen Jim Dougall befindet sich unter dem Parkgelände einer der größten und zugleich gefährlichsten Vulkane der Erde. Dieser Vulkan aus der Gruppe der Supervulkane zeige ansteigende Aktivität in bislang nicht gemessenem Ausmaß.

Im Laufe der letzten Wochen kam es dabei zu schweren Zwischenfällen. So starben in in vielen Gewässern des Parkgeländes die Fischbestände durch eine extreme Erhöhung der Wassertemperatur ab. Bisons und andere Wildtiere wurden in größeren Gruppen aufgefunden, erstickt an aus dem Boden aufsteigenden Gasen. Die Temperatur des Bodens in einigen Teilen des Geländes erreicht konstante Werte von teilweise über 120 Grad Celsius. Schon seit längerem wird beobachtet das der Baumbestand des Parks abstirbt.

Laut Dougall ist man zwar im Moment über die Sicherheit der Parkbesucher besorgt, so dass man wahrscheinlich das gesamte Parkgelände in den kommenden Wochen für Besucher sperren lassen wird, jedoch bestehe kein Anlass auf einen baldigen Ausbruch des Vulkans zu schließen.

[PT Presseservice] (wo diese Info genau herstammt, kann ich noch nicht sagen...schickt mir bitte eine Mail, wenn ihr genaueres wisst..)


Geschrieben: 01.01.2004,16:06................ vom Admin im Forum des "einsamer Schuetze.com"

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Hallo,

es gibt ganz aktuell neue Daten über den Yellowstone Supervulkan. Dr. Franklin Rossmann von der Geological Survey hat die letzten Erkenntnisse mit einem nicht ganz so guten Ergebnis am 31.12.2003 veröffentlicht.

Die Magmakammer unter dem Yellowstone Nationalpark hat mittlerweile eine Ausdehnung von 55 x 21 km unter dem Parkgelände in einer Tiefe zwischen 7800 und 14300 Metern. Neuste Vermessungen haben ergeben, das sich ein gewaltiger Lavadom im Park gebildet hat und die Erhebung des Doms im Gelände mehr als 20 Meter Höhenunterschied zu den letzten Vermessungsdaten ergibt. Der Lavadom hat sich wie eine Beule ausgedehnt, so dass einige Gewässer mittlerweile ihr ursprüngliches Bett verlassen haben.

Weiterhin hat sich die Anzahl kleinerer Erdbeben in dem Gebiet seit dem Jahr 1975 um etwa 35% erhöht, was auf eine bevorstehende Änderung in der Erdkruste über der Magmakammer schließen lässt.

Laut Aussage der Wissenschaftler habe sich das Gelände seit Beginn der Messungen 1925 erheblich verändert und aufgebläht. Die Anzeichen für vulkanische Aktivität haben sich ebenfalls bedrohlich erhöht.

Der Yellowstone ist einer von 5 bekannten Supervulkanen auf der Erde. Ein schlafendes Monster, das sich gerade beim aufwachen befindet. Der Ausbruch ist nur eine Frage der Zeit, aber er könnte bereits morgen stattfinden. Fakt ist, das er innerhalb der nächsten Jahre weiterhin an Aktivität zunehmen wird, solange bis es zu einem Riss in der Erdkruste über der Magmakammer kommen wird.

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Whip..................................... Redaktion "Der einsame Schütze"